Wechselrichter ohne Cloud: lokal auslesen und steuern

Welche Wechselrichter und Speicher ohne Herstellercloud laufen, welche lokalen Schnittstellen es gibt und was bleibt, wenn der Server des Herstellers wegfällt.

Solar-Wissen Veröffentlicht am 9 Min. Lesezeit

Ein Balkonkraftwerk kostet 400 Euro und hängt danach an einem Server, den du weder ausgesucht hast noch kündigen kannst. Fällt er aus, wird die App leer. Zieht der Hersteller sie irgendwann ab, war es das mit der Auswertung. Die gute Nachricht: Für die meisten Geräte gibt es einen Weg daran vorbei, und bei einigen braucht es dafür nur eine Einstellung in der App.

Was die Cloud überhaupt tut

Zwischen Solarzelle und Steckdose kommt keine Cloud vor. Der Wechselrichter misst Spannung und Frequenz an seinem Netzanschluss, synchronisiert sich darauf und speist ein. Findet er kein Netz, schaltet er ab. Diese Kette läuft autark im Gerät, sie ist in der Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 beschrieben und kommt ohne jede Datenverbindung aus.

Die Cloud sitzt auf einem zweiten, parallelen Weg: dem Datenweg. Er beginnt am Wechselrichter, läuft über eine Funkstrecke zum Datenlogger, von dort ins WLAN, durch den Router ins Internet und endet auf einem Server des Herstellers. Die App holt sich die Werte von diesem Server.

Vier Plattformen decken den Balkonbereich fast vollständig ab:

PlattformHerstellerWeg zum Gerät
S-MilesHoymilesproprietärer 2,4-GHz-Funk zur DTU
SolarmanDeye, BosswerkWLAN-Logger im Gerät oder als Stick
EMAAPsystemsWLAN im Gerät (EZ1) oder ECU-Gateway
EnverbridgeEnvertecheigenes Gateway

Der Unterschied zwischen den Bauarten ist wichtiger, als er aussieht. Wo eine separate DTU dazwischensitzt, lässt sie sich austauschen. Wo der Funkteil im Wechselrichter verbaut ist, entscheidet die Firmware darüber, ob es einen lokalen Zugang gibt.

Was ausfällt, wenn die Cloud ausfällt

Server-Störungen sind bei allen Plattformen dokumentiert und laufen nach einem wiederkehrenden Muster ab: Die App zeigt “offline” oder gar nichts, die Anlage produziert weiter. Genau diese Trennung ist der Kern der Sache.

Schematische Darstellung zweier paralleler Wege von der Solaranlage aus. Oben der Leistungsweg: Solarmodul, Wechselrichter, Steckdose, Hausnetz, gezeichnet als durchgehende Kette mit breiten Pfeilen, mit dem Vermerk, dass er ohne jede Datenverbindung funktioniert. Darunter der Datenweg: vom Wechselrichter über eine Funkstrecke zum Datenlogger, von dort über den Router ins Internet zur Herstellercloud und weiter zur App. An drei Stellen ist dieser Datenweg unterbrochen und mit einem nummerierten Kreis markiert: erstens die Funkstrecke zwischen Wechselrichter und Logger, zweitens die Internetverbindung zwischen Router und Cloud, drittens die Verbindung von der Cloud zur App. Bei allen drei Brüchen läuft die Einspeisung unverändert weiter, verloren gehen App-Anzeige, Historie und Fernkonfiguration. Vom Datenlogger zweigt zusätzlich ein gelb hervorgehobener lokaler Pfad ab, der an Router und Cloud vorbei zu einem Heimserver im eigenen Netz führt, beschriftet mit lokaler HTTP-API auf Port 8050, Modbus TCP auf Port 8899 und 502 sowie MQTT auf eigenem Broker. Er umgeht damit die Bruchstellen zwei und drei.

Leistungsweg und Datenweg sind getrennt. Jede der drei Bruchstellen nimmt dir die Anzeige, keine davon die Einspeisung.

Was bei einem Cloud-Ausfall bleibt und was geht:

FunktionOhne Cloud
Einspeisung ins Hausnetzläuft unverändert weiter
Netz- und Anlagenschutz (Abschaltung bei Netzausfall)läuft, ist Gerätefunktion
Momentanleistung und Ertrag in der Appfällt aus
Ertragshistorie und Monatsauswertungfällt aus, die Lücke bleibt meist dauerhaft
Fernkonfiguration, Firmware-Updatesfallen aus
Leistungsbegrenzung über die Appfällt aus, zuletzt gesetzter Wert bleibt aktiv
Speicherregelung, wenn sie über den Server läuftfällt aus

Die letzte Zeile ist die einzige, die wirklich wehtut. Bei einem reinen Wechselrichter ist die Cloud ein Anzeigeinstrument. Bei einem Speichersystem kann sie Teil des Regelkreises sein, und dann steht bei einer Störung mehr still als die Statistik.

Vier Wege, lokal an die Daten zu kommen

1. Lokale HTTP-API im Wechselrichter

Der bequemste Weg, weil ohne Zusatzhardware. APsystems hat für die EZ1-Serie zusammen mit einem deutschen Händler eine lokale Programmierschnittstelle entwickelt, verfügbar seit Ende 2023. Nach dem Umschalten auf den lokalen Modus in der App antwortet der Wechselrichter im eigenen Netz auf Port 8050.

Die Endpunkte sind schlicht und dokumentiert: getDeviceInfo liefert die Gerätedaten, getOutputData die aktuellen Leistungs- und Ertragswerte, setMaxPower setzt die Ausgangsbegrenzung. Damit ist der EZ1-M der einzige verbreitete Mikrowechselrichter, der ohne Bastelei sowohl auslesbar als auch steuerbar ist. Für Home Assistant und ioBroker gibt es fertige Anbindungen.

2. Modbus TCP

Modbus ist der Industriestandard für Gerätekommunikation und der zuverlässigste der vier Wege, weil er ohne Internet und ohne fremden Broker auskommt.

  • Deye und Bosswerk: Der verbaute WLAN-Logger hört auf Port 8899. Er spricht das Solarman-V5-Protokoll, in das Modbus-RTU-Rahmen eingepackt sind. Werkzeuge wie pysolarmanv5 lesen darüber die Register aus, ganz ohne Cloud-Konto.
  • Marstek: Der Venus E 3.0 bringt Modbus TCP auf Port 502 ohne Umweg mit. Unter den Balkonspeichern ist das die sauberste Lösung, weil Lesen und Schreiben lokal funktionieren.
  • Große Hybrid-Wechselrichter: Fronius GEN24, SMA, Kostal und Fox ESS bringen Modbus TCP und ein lokales Webinterface ab Werk mit. In dieser Klasse ist der lokale Betrieb seit Jahren Standard.

3. MQTT auf dem eigenen Broker

MQTT ist das Protokoll, über das viele Speicher ihre Werte melden. Der entscheidende Punkt ist die Frage, wo der Broker steht. Zeigt das Gerät auf einen Broker des Herstellers, bleibt es ein Cloud-Weg mit anderem Namen. Zeigt es auf einen eigenen Broker im Heimnetz, etwa Mosquitto, bleiben die Daten im Haus.

Zendure liefert seit 2025 eine offizielle Home-Assistant-Anbindung, die über den Broker des Herstellers läuft. Sie ist bequem und funktioniert gut, hängt aber am Weiterbetrieb dieses Brokers. Eine wirklich lokale Anbindung existiert bislang über ein Community-Projekt.

4. Die DTU ersetzen: OpenDTU und AhoyDTU

Für alle Hoymiles-Wechselrichter und einige Geräte von TSUN, Solenso und E-Star gibt es den radikalsten und zugleich beliebtesten Weg: Die Hersteller-DTU wird durch einen selbst gebauten Empfänger ersetzt. Ein ESP32-Board mit passendem Funkmodul spricht dieselbe Funkstrecke wie das Original.

BauteilZweckKosten
ESP32-BoardRechner und WLAN8 bis 15 €
NRF24L01+Funkmodul für die HM- und MI-Serie3 bis 8 €
CMT2300AFunkmodul für die HMS- und HMT-Serie5 bis 12 €
fertige Platinebeides fertig aufgebaut25 bis 45 €

Das Ergebnis ist eine Weboberfläche im Heimnetz, dazu MQTT und eine REST-Schnittstelle. Die Wirkleistung lässt sich darüber begrenzen, was OpenDTU zur Grundlage vieler Eigenbau-Regelungen macht. Wie das für eine Nulleinspeisung zusammenspielt, steht unter Nulleinspeisung mit Home Assistant.

Der einzige Stolperstein beim Kauf ist das Funkmodul. HM und HMS sehen sich äußerlich ähnlich, sprechen aber über verschiedene Chips.

Gerätelage: wer kann was

Die Lage ändert sich mit jeder Firmware. Die Tabelle ist eine Momentaufnahme und ersetzt den Blick ins aktuelle Handbuch nicht.

GerätLokal auslesbarLokal steuerbarWeg
APsystems EZ1-M / EZ1-HybridjajaHTTP-API, Port 8050
Hoymiles HM / HMS / HMTjajaOpenDTU oder AhoyDTU
Deye / Bosswerk SUN-SeriejaeingeschränktModbus über Logger, Port 8899
TSUNteilweiseteilweiseOpenDTU, modellabhängig
Marstek Venus E 3.0jajaModbus TCP, Port 502
Zendure SolarFlowjaeingeschränktMQTT, offiziell über Hersteller-Broker
EcoFlow STREAMüber Cloud-APIüber Cloud-APIEntwickler-API mit Freischaltung
Anker SOLIX Solarbanküber Cloudüber CloudApp und Cloud-Konto
Fronius, SMA, Kostal, Fox ESSjajaModbus TCP, lokales Webinterface

Zwei Muster fallen auf. Erstens: Je größer das Gerät, desto selbstverständlicher der lokale Zugang. In der Hausanlagen-Klasse ist Modbus TCP eine Selbstverständlichkeit, im Balkonbereich eine Ausnahme. Zweitens: Speichersysteme sind zurückhaltender als reine Wechselrichter, weil ihre Regelung das eigentliche Produkt ist und über die App verkauft wird.

Wechselrichter ohne WLAN: geht das?

Diese Frage wird oft gestellt, und die Antwort überrascht viele: Sehr viele Wechselrichter haben von Haus aus gar kein WLAN. Die Hoymiles-Modelle funken auf einer eigenen 2,4-GHz-Strecke, die mit WLAN nichts zu tun hat. Erst die DTU stellt die Verbindung ins Heimnetz her.

Praktisch heißt das:

  • Ohne DTU speist der Wechselrichter ein, es gibt keine Daten. Zulässig ist das ohne Weiteres, denn eine Pflicht zur Fernauslesung besteht für Steckersolargeräte nicht.
  • Mit DTU, ohne Internet bekommst du je nach Modell nichts oder alles: Die Hersteller-DTU braucht die Cloud, OpenDTU zeigt lokal an.
  • Bei WLAN-Geräten wie dem Deye SUN-M oder dem EZ1-M genügt die Anmeldung im Heimnetz. Sie funktionieren auch dann, wenn dieses Netz keinen Internetzugang hat.

Wer nur den Ertrag wissen will und keine Lust auf Netzwerktechnik hat, kommt mit einer Messsteckdose am Einspeisepunkt genauso weit. Die Methoden im Vergleich stehen unter Balkonkraftwerk Ertrag messen.

Warum die Herkunftsfrage eine Cloud-Frage ist

Hinter der häufig gesuchten Formulierung “Wechselrichter nicht aus China” steckt selten ein Vorbehalt gegen die Hardware. Die Geräte sind technisch ausgereift, und praktisch jeder Mikrowechselrichter am deutschen Markt wird in Asien gebaut. Worum es geht, ist die Fernsteuerbarkeit über einen Server, auf den europäische Behörden keinen Zugriff haben.

Diese Diskussion hat 2026 politische Fahrt aufgenommen. Die EU-Kommission stuft Wechselrichter in ihrer Sicherheitsdoktrin als kritische Abhängigkeit ein, im Januar 2026 lag ein Vorschlag für eine Hochrisiko-Herstellerliste auf dem Tisch. Diskutiert wird dabei die Beschränkung von EU-Fördermitteln für betroffene Projekte, kein allgemeines Verkaufsverbot. Für private Balkonanlagen ändert sich dadurch zunächst nichts.

Für Betreiber sind zwei andere Punkte relevanter:

  1. Der Cyber Resilience Act verpflichtet Hersteller vernetzter Produkte dazu, Schwachstellen zu melden und über den Produktlebenszyklus Updates zu liefern. Anbieter aus Drittstaaten unterliegen denselben Regeln, sobald sie auf dem EU-Markt anbieten.
  2. BSI und Bundesnetzagentur empfehlen, Wechselrichter in einem eigenen Netzsegment zu betreiben und die Kommunikation nach außen auf das technisch Nötige zu begrenzen. Das gilt als Empfehlung an alle Betreiber, unabhängig vom Hersteller.

Die praktische Konsequenz ist dieselbe wie bei jedem anderen vernetzten Gerät im Haus: Ein Gerät mit lokaler Schnittstelle lässt sich abschotten, ein Gerät ohne lokale Schnittstelle nicht.

Den Wechselrichter ins eigene Netz sperren

Wenn eine lokale Schnittstelle da ist, lässt sich der Weg nach draußen schließen. Drei Stufen, von einfach nach gründlich:

  1. Gast-WLAN ohne Internetzugang. Fast jeder Router kann ein zweites WLAN aufspannen, in dem Geräte untereinander erreichbar bleiben, ohne ins Internet zu kommen. Aufwand: fünf Minuten.
  2. Firewall-Regel für die Geräte-IP. Feste IP-Adresse für den Wechselrichter vergeben, dann den Internetzugang für genau diese Adresse sperren. Alle guten Router können das, oft heißt die Funktion Kindersicherung oder Zugangsprofil.
  3. Eigenes VLAN. Die saubere Variante mit verwaltbarem Switch und passender Firewall, für alle vernetzten Geräte im Haus zugleich.

Zwei Nebenwirkungen gehören ins Bild. Die Hersteller-App bleibt danach leer, die lokale Anzeige übernimmt. Und Firmware-Updates kommen nicht mehr automatisch. Das ist der ernsthafteste Einwand gegen die vollständige Abschottung, denn Sicherheitslücken werden über Updates geschlossen. Ein pragmatischer Mittelweg ist, die Sperre für Update-Läufe kurz aufzuheben.

Speicher: hier hängt mehr an der Cloud

Beim reinen Wechselrichter kostet der Cloud-Verzicht Komfort. Beim Speicher kann er Funktion kosten, denn dessen Regelung ist aufwendiger: Sie muss den Ladezustand kennen, den Hausverbrauch berücksichtigen und daraus die Einspeiseleistung ableiten.

Drei Ausprägungen sind am Markt zu finden:

  • Regelung im Gerät, Cloud nur zur Anzeige. Der Speicher rechnet selbst und läuft ohne Internet weiter. Das ist der Fall, den du haben willst.
  • Regelung im Gerät, Parameter aus der Cloud. Läuft offline weiter, aber mit den zuletzt übertragenen Einstellungen. Änderungen brauchen die Verbindung.
  • Regelung in der Cloud. Der Server entscheidet, das Gerät führt aus. Ohne Verbindung fällt die Steuerung auf ein Grundverhalten zurück.

Wer sich unsicher ist, findet die Antwort im Handbuch unter dem Stichwort Offline-Betrieb. Oder testet es: WLAN-Passwort ändern, einen Tag beobachten, Passwort zurücksetzen. Besonders relevant ist die Frage bei Systemen, die über ein Smart Meter am Hausanschluss geregelt werden. Wie diese Kopplung technisch aussieht, steht unter Balkonkraftwerk-Speicher mit Smart Meter.

Fazit

Ob ein Wechselrichter cloud-frei läuft, entscheidet sich an einer einzigen Frage: Steht neben dem Weg über den Herstellerserver ein zweiter, lokaler Weg offen? Vier davon sind im Einsatz: die lokale HTTP-API bei APsystems, Modbus TCP bei Deye, Marstek und allen großen Hybrid-Geräten, MQTT auf einem eigenen Broker und der DTU-Ersatz OpenDTU bei Hoymiles.

Für einen Neukauf ist die Reihenfolge damit klar. Steht der lokale Zugang im Datenblatt, ist alles gut. Fehlt er dort, entscheidet die Frage, ob das Gerät ohne Server vollständig arbeitet. Bei einem Mikrowechselrichter lautet die Antwort fast immer ja, bei einem Speicher ist sie die interessantere Frage. Und wer eine Nulleinspeisung plant, sollte den lokalen Zugang von vornherein als Pflichtmerkmal behandeln: Eine Regelung im Sekundentakt hat auf einem Umweg über das Internet nichts zu suchen.

Häufige Fragen

Funktioniert ein Wechselrichter ohne Internet?

Ja. Die Einspeisung selbst braucht keine Internetverbindung. Der Wechselrichter misst Netzspannung und Netzfrequenz an seinem Anschluss und speist danach ein, das ist reine Gerätefunktion nach VDE-AR-N 4105. Ohne Netzwerk fehlen die App-Anzeige, die Ertragshistorie und die Fernkonfiguration. Bei Geräten, deren Leistungsregelung über die Cloud läuft, fällt zusätzlich diese Regelung aus.

Was passiert, wenn der Hersteller seine Cloud abschaltet?

Der Wechselrichter speist weiter ein, die App wird leer. Verloren gehen Monitoring, Historie und jede Einstellung, die nur über die App erreichbar war. Kritisch wird es bei Speichersystemen, deren Lade- und Entladesteuerung über den Herstellerserver läuft: Dort verschwindet mit der Cloud auch die Funktion. Wer das ausschließen will, wählt ein Gerät mit dokumentierter lokaler Schnittstelle.

Welcher Mikrowechselrichter hat eine echte lokale API?

Am weitesten ist APsystems mit der EZ1-Serie. Nach dem Umschalten auf den lokalen Modus in der App antwortet der Wechselrichter im Heimnetz auf Port 8050 über HTTP, unter anderem mit den Endpunkten getOutputData, getDeviceInfo und setMaxPower. Damit lässt er sich auslesen und in der Ausgangsleistung begrenzen, ohne dass ein Datenpaket das Haus verlässt.

Was kostet der Umstieg auf OpenDTU?

Ein ESP32-Board mit passendem Funkmodul liegt zwischen 15 und 35 Euro, fertig aufgebaute Platinen etwas darüber. Wichtig ist das richtige Funkmodul: Die Hoymiles-HM-Serie spricht über NRF24L01+, die HMS- und HMT-Serie über CMT2300A. Ein falsches Modul findet den Wechselrichter nicht.

Kann ich den Wechselrichter komplett vom Internet trennen?

Ja, über ein eigenes WLAN-Netz ohne Internetzugang oder eine Firewall-Regel im Router. Das Gerät bleibt im Heimnetz erreichbar, die Herstellercloud nicht mehr. Zwei Folgen sind einzuplanen: Die Hersteller-App zeigt nichts mehr an, und Firmware-Updates kommen nicht mehr automatisch. Beides ist verschmerzbar, wenn eine lokale Schnittstelle die Anzeige übernimmt.

Braucht Nulleinspeisung die Cloud?

Nein, im Gegenteil. Eine Nulleinspeisung regelt im Sekundentakt gegen den Messwert am Hausanschluss. Jeder Weg über einen externen Server kostet Reaktionszeit und fällt bei Störungen komplett aus. Sinnvoll gebaut ist die Regelung lokal, mit Smart Meter, lokalem Wechselrichter-Zugriff und einer Steuerung im eigenen Netz.

Gibt es Wechselrichter ohne WLAN?

Ja, und sie sind der Normalfall in der Grundausstattung. Viele Hoymiles-Modelle haben gar kein WLAN im Gehäuse, sie funken auf einer proprietären 2,4-GHz-Strecke zu einer separaten DTU. Ohne DTU speist der Wechselrichter trotzdem ein, es fehlt nur die Datenanzeige. Bei Deye, TSUN und APsystems sitzt der Funkteil dagegen meist im Gerät.

Wo stehen die Server der großen Hersteller?

Die vier verbreiteten Monitoring-Plattformen im Balkonbereich sind S-Miles von Hoymiles, Solarman für Deye und Bosswerk, EMA von APsystems und Enverbridge von Envertech. Sie werden von chinesischen Anbietern betrieben. Wo genau die Daten liegen, geht aus den Datenschutzerklärungen unterschiedlich klar hervor. Die lokale Schnittstelle ist deshalb der zuverlässigere Weg zur Datenhoheit.

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