Technische Daten
| Speicherkapazität | 1.600 Wh |
|---|---|
| Zellchemie | LiFePO4 |
| Erweiterbar auf | bis 9,6 kWh (bis zu 5 Zusatzakkus) |
| Ladezyklen | ca. 6.000 |
| Kalkulierte Lebensdauer | 15 Jahre |
| Garantie | 10 Jahre |
| Solareingang direkt | 2 MPPT, je 600 W (zusammen 1.200 W) |
| MPPT-Spannungsbereich | 16–60 V DC |
| Max. Strom je MPPT-Kanal | 16 A |
| Max. Kurzschlussstrom (Isc) | 20 A |
| AC-gekoppelter Eingang | bis 800 W über vorhandenen Mikrowechselrichter |
| Solareingang gesamt | 2.000 W |
| Integrierter Mikrowechselrichter | 800 W |
| Netzeinspeisung | max. 800 W |
| Notstrom-Steckdose | 1.000 W (1.200 W mit Zusatzakku) |
| Ladeleistung | 1.000 W |
| Schutzart | IP65 |
| Betriebstemperatur | -20 bis 55 °C |
| Maße (B × T × H) | 460 × 249 × 254 mm |
| Solaranschluss | MC4 |
| Konnektivität | WLAN (2,4 GHz), Bluetooth |
| Steuerung | Anker-App |
| Modellnummer | A17C2 |
| Lieferumfang | 5-m-AC-Kabel (Schuko), 4× 3-m-Solarkabel, Montagezubehör |
Balkonkraftwerke haben ein Timing-Problem. Die Module liefern mittags am meisten, während im Haushalt kaum jemand da ist, und abends beim Kochen kommt nichts mehr nach. Ein Speicher verschiebt diesen Überschuss in die Abendstunden. Die Anker SOLIX Solarbank 2 E1600 AC geht dabei einen Schritt weiter als reine Batteriekästen: Sie bringt den Wechselrichter gleich mit und kann sich zusätzlich an eine Anlage hängen, die schon läuft. Diese Einordnung beruht auf den Herstellerangaben von Anker, den Daten der Händler-Listungen und der technischen Auslegung des Geräts.
Was die AC-Kopplung praktisch bedeutet
Der Buchstabenzusatz im Namen ist das eigentliche Merkmal dieses Modells. Klassische Balkonspeicher sitzen zwischen Modul und Wechselrichter, sie nehmen also Gleichstrom auf. Wer nachrüsten will, muss dafür seinen bestehenden Aufbau auseinandernehmen. Die AC-Variante nimmt den Strom zusätzlich auf der Wechselstromseite an, also hinter einem Mikrowechselrichter, der bereits einspeist. Laut Anker arbeitet sie mit allen gängigen Mikrowechselrichtern zusammen.
Für den Nachrüstfall ist das der entscheidende Unterschied. Das Balkonkraftwerk bleibt so, wie es montiert ist, und der Speicher kommt per Kabel dazu. Wer dagegen bei null anfängt, hängt die Module über die MC4-Anschlüsse direkt an den Speicher und spart sich den separaten Wechselrichter komplett.
Der Solareingang und ein hartnäckiger Datenfehler
Hier lohnt genaues Hinsehen, weil im Handel widersprüchliche Werte kursieren. Mehrere Listungen nennen für dieses Modell vier MPPT-Kanäle und 2.400 W Solarleistung. Diese Werte gehören zur Solarbank 2 E1600 Pro. Die AC-Variante arbeitet laut Anker mit zwei MPPT-Kanälen zu je 600 W, zusammen also 1.200 W direktem Solareingang. Erst zusammen mit den 800 W, die AC-seitig dazukommen können, ergeben sich die 2.000 W, die Anker als Gesamt-Solareingang ausweist.
Der Unterschied ist kaufentscheidend. Zwei MPPT-Kanäle bedeuten, dass sich jeweils ein Modulstrang unabhängig regeln lässt. Bei zwei Modulen mit ähnlicher Ausrichtung genügt das. Sobald ein drittes Modul dazukommt oder ein Balkon morgens links und nachmittags rechts verschattet wird, arbeiten mehr Kanäle sauberer. Wie stark sich Teilverschattung auswirkt und warum getrennte Regelkreise dagegen helfen, steht ausführlich im Ratgeber zum Balkonkraftwerk im Schatten.
1,6 kWh in Alltagsgrößen
Die Kapazität von 1.600 Wh klingt abstrakt, wird aber schnell greifbar, wenn man sie gegen die Grundlast rechnet. Kühlschrank, Router, Standby-Verbraucher und etwas Licht summieren sich in vielen Haushalten auf 100 bis 200 W. Bei 150 W reicht eine volle Ladung rechnerisch rund zehn Stunden, deckt also die komplette Nacht ab. Ein Waschgang mit Aufheizen zieht dagegen allein 0,5 bis 1 kWh, ein Backofen kommt in einer Stunde auf 1 bis 2 kWh.
Daraus folgt die realistische Rolle des Geräts: Es überbrückt die Grundlast der dunklen Stunden und fängt kleine Verbraucher ab. Ob 1,6 kWh zum eigenen Verbrauchsprofil passen oder ob es eine Nummer größer sein sollte, lässt sich mit der Rechnung aus dem Ratgeber Balkonkraftwerk-Speicher: wie groß? für den eigenen Haushalt durchgehen.
Der eingebaute Wechselrichter und die 800-W-Grenze
Die eingebauten 800 W sind keine willkürliche Zahl. Seit dem Solarpaket I dürfen Steckersolargeräte in Deutschland mit bis zu 800 Voltampere einspeisen, und genau darauf ist der interne Mikrowechselrichter ausgelegt. Der Speicher schöpft die erlaubte Grenze also voll aus, ohne dass ein zusätzliches Gerät nötig wird.
Praktisch heißt das: Auch wenn der Speicher voll ist und die Module gerade 1.200 W liefern, gehen maximal 800 W ins Hausnetz. Der Rest wird gepuffert, solange Kapazität frei ist. Genau diese Deckelung macht einen Speicher wirtschaftlich interessant, weil ohne ihn alles über 800 W ungenutzt verloren geht.
Notstrom: was 1.000 W wirklich tragen
Die netzunabhängige Steckdose hebt das Gerät von vielen Mitbewerbern in dieser Klasse ab. Sie liefert 1.000 W, mit angeschlossenem Zusatzakku bis zu 1.200 W. Bei einem Stromausfall laufen damit Kühlschrank, Router, Ladegeräte und Beleuchtung weiter, zusammen meist deutlich unter 300 W.
Die Grenze zeigt sich bei allem, was Wärme erzeugt. Ein Wasserkocher zieht 2.000 W, ein Föhn ähnlich viel, eine Herdplatte ebenfalls. Diese Geräte bleiben im Notbetrieb außen vor. Wer die Steckdose als Rückversicherung für die Kühlkette und die Kommunikation versteht, trifft die Erwartung gut.
Erweiterung auf 9,6 kWh
Bis zu fünf Zusatzakkus lassen sich anschließen, womit die Kapazität auf 9,6 kWh wächst. Der Ausbau ist jederzeit nachrüstbar, die Kaufentscheidung muss also nicht sofort fallen. Sinnvoll wird die Erweiterung vor allem in zwei Fällen: wenn die Modulfläche groß genug ist, um an sonnigen Tagen tatsächlich mehr als 1,6 kWh Überschuss zu produzieren, und wenn ein dynamischer Stromtarif ins Spiel kommt.
Bei stundenweise wechselnden Preisen wird der Speicher zum zweiten Geschäftsmodell: Laden zu günstigen Zeiten, Entladen zu teuren. Wie sich das rechnet und welche Kapazität dafür nötig ist, behandelt der Ratgeber zu Batteriespeicher und dynamischem Stromtarif.
Aufstellort im Freien
Mit IP65 ist das Gehäuse gegen Staub und Strahlwasser geschützt, der Betrieb ist bis -20 °C freigegeben. Ein Extra-Gehäuse oder ein Kellerplatz sind damit nicht erforderlich, was bei einem Gerät dieser Größe die Montage erheblich vereinfacht.
Ein schattiger, trockener Standort bleibt trotzdem die bessere Wahl. Dauerhafte Sonneneinstrahlung heizt das Gehäuse auf, und Hitze lässt Lithiumzellen schneller altern. Welche Plätze sich bewähren und worauf bei Frost zu achten ist, steht im Ratgeber Balkonkraftwerk-Speicher draußen aufstellen.
Wirtschaftlichkeit und Zyklenzahl
Anker gibt rund 6.000 Ladezyklen an und kalkuliert eine Lebensdauer von 15 Jahren, die Garantie läuft über 10 Jahre. Bei einem vollen Zyklus pro Tag entsprechen 6.000 Zyklen gut 16 Jahren, die Zellchemie ist der Nutzungsdauer also gewachsen.
Für die Amortisation zählt, wie viel gespeicherter Strom tatsächlich zusammenkommt. Wer täglich 1 kWh aus dem Speicher zieht, spart bei einem Arbeitspreis von 35 Cent rund 128 Euro im Jahr. Bei einem Kaufpreis um 530 Euro liegt die Amortisation damit im Bereich von vier bis fünf Jahren, deutlich innerhalb der Garantiezeit. Im Winter fällt der Beitrag allerdings spürbar geringer aus, weil die Module weniger Überschuss liefern. Wie sich die Ersparnis übers Jahr verteilt, zeigt der Ratgeber Wie viel spart ein Balkonkraftwerk?
Für wen sich das Gerät lohnt
Die AC-Variante ist die richtige Wahl für alle, die bereits ein Balkonkraftwerk betreiben und nur den Speicher nachrüsten wollen. Der bestehende Aufbau bleibt unverändert, der Speicher kommt dazu. Auch für Einsteiger mit zwei Modulen ist das Gerät stimmig, weil der Wechselrichter mitgeliefert wird und der Aufbau bei einem einzigen Gerät bleibt.
Wer von vornherein drei oder vier Module plant oder mit einem stark verschatteten Balkon zu tun hat, sollte die Pro-Variante mit vier MPPT-Kanälen und 2.400 W direktem Solareingang gegenrechnen. Auch bei einem Haushalt mit hoher nächtlicher Grundlast über 300 W lohnt der Blick auf größere Kapazitäten oder eine sofortige Erweiterung.
Zwei Kaufwege im Vergleich
Das Gerät wird sowohl bei Amazon als auch bei Alternate geführt, die Preise gehen dabei erheblich auseinander. Ein Blick auf beide Angebote lohnt sich deshalb vor dem Kauf, und die Versandkosten gehören in die Rechnung. Zum Lieferumfang gehören laut Anker ein 5 m langes AC-Kabel mit Schuko-Stecker, vier Solarverlängerungskabel zu je 3 m sowie das Montagezubehör. Zusatzakkus und der Smart Meter für die verbrauchsgeführte Steuerung werden separat verkauft.
Fazit
Die Anker SOLIX Solarbank 2 E1600 AC löst das Nachrüstproblem eleganter als die meisten Balkonspeicher: Der Wechselrichter steckt bereits drin, und die AC-Kopplung erlaubt den Anschluss an eine laufende Anlage, ohne sie umzubauen. Dazu kommen eine Notstrom-Steckdose mit 1.000 W, ein IP65-Gehäuse für den Außenbetrieb und LiFePO4-Zellen mit 6.000 Zyklen bei 10 Jahren Garantie. Für ein bestehendes Balkonkraftwerk mit zwei Modulen ist das ein rundes Paket zu einem Preis, der sich in vier bis fünf Jahren zurückspielen kann.
Die Schwäche liegt beim direkten Solareingang. Zwei MPPT-Kanäle mit zusammen 1.200 W setzen die Grenze bei zwei Modulen, und bei wechselnder Verschattung arbeiten mehr Kanäle sauberer. Wer größer plant, ist mit der Pro-Variante besser bedient. Und beim Kauf lohnt der Preisvergleich zwischen den Händlern, weil dasselbe Gerät je nach Shop sehr unterschiedlich ausgezeichnet wird.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Der 800-W-Mikrowechselrichter steckt bereits im Gehäuse, das spart ein zweites Gerät und eine Kabelstrecke
- AC-Kopplung erlaubt die Nachrüstung an ein Balkonkraftwerk, das schon läuft
- 1.000 W Notstrom-Steckdose, in dieser Preisklasse eine Seltenheit
- Modular auf 9,6 kWh erweiterbar, der Speicher wächst mit dem Bedarf
- LiFePO4-Zellen mit rund 6.000 Zyklen und 10 Jahren Garantie
- IP65 und Betrieb bis -20 °C, damit ist der Aufstellort im Freien abgedeckt
Das spricht dagegen
- Der direkte Solareingang liegt bei 1.200 W über nur 2 MPPT, bei mehr als zwei Modulen oder wechselnder Verschattung ist das die Grenze
- Händler-Listungen führen teils die Werte der Pro-Variante (4 MPPT, 2.400 W), die für dieses Modell falsch sind
- Das Gewicht weist Anker für die AC-Variante nicht aus
- Die Preise im Handel gehen für dasselbe Gerät weit auseinander
Häufige Fragen
Brauche ich für die Anker SOLIX Solarbank 2 E1600 AC einen eigenen Wechselrichter?
Nein. Der Mikrowechselrichter mit 800 W ist im Gehäuse verbaut. Die Solarmodule werden über MC4-Stecker direkt an den Speicher gehängt, der Speicher selbst geht per Schuko-Kabel in die Steckdose. Wer bereits ein Balkonkraftwerk mit eigenem Wechselrichter betreibt, nutzt stattdessen die AC-Kopplung und behält sein vorhandenes Gerät.
Wie viel Solarleistung verträgt die Solarbank 2 E1600 AC?
Direkt am Gerät sind es 1.200 W über zwei MPPT-Kanäle mit je 600 W. Dazu kommen bis zu 800 W, die über einen vorhandenen Mikrowechselrichter AC-seitig eingespeist werden. In Summe nennt Anker 2.000 W Solareingang. Die in manchen Shops genannten 2.400 W über vier MPPT gehören zur Solarbank 2 E1600 Pro.
Kann ich die Solarbank 2 E1600 AC an ein bestehendes Balkonkraftwerk anschließen?
Ja, genau dafür ist die AC-Variante gedacht. Sie nimmt den Strom, den der vorhandene Mikrowechselrichter erzeugt, auf der Wechselstromseite auf und speichert ihn. Laut Anker arbeitet sie mit allen gängigen Mikrowechselrichtern zusammen. Der bestehende Aufbau bleibt dabei unangetastet.
Wie lange reichen 1,6 kWh im Haushalt?
Ein Zweipersonenhaushalt liegt nachts und in den Abendstunden häufig bei 100 bis 200 W Grundlast aus Kühlschrank, Router, Standby-Geräten und Licht. Bei 150 W trägt eine volle Ladung rechnerisch etwa zehn Stunden. Kommen Waschmaschine, Backofen oder ein Wasserkocher dazu, ist der Speicher deutlich schneller leer.
Was leistet die Notstrom-Steckdose bei einem Stromausfall?
Die netzunabhängige Steckdose gibt 1.000 W ab, mit angeschlossenem Zusatzakku bis zu 1.200 W. Damit laufen Kühlschrank, Router, Ladegeräte und Licht weiter. Geräte mit Heizwiderstand wie Wasserkocher, Föhn oder Herdplatte liegen darüber und funktionieren nicht.
Darf die Solarbank 2 E1600 AC draußen stehen?
Ja. Anker gibt IP65 an, das Gehäuse ist gegen Staub und Strahlwasser geschützt, und der Betrieb ist bis -20 °C freigegeben. Ein trockener, schattiger Platz verlängert trotzdem die Lebensdauer der Zellen, weil dauerhafte Sonneneinstrahlung und Hitze den Akku stärker altern lassen.
Muss ich den Speicher im Marktstammdatenregister anmelden?
Ja. Ein Batteriespeicher gilt dort als eigene Einheit und wird zusätzlich zur Erzeugungseinheit registriert. Für die Meldung gilt dieselbe Monatsfrist ab Inbetriebnahme wie für das Balkonkraftwerk selbst.
Wie viele Zusatzakkus lassen sich anschließen?
Bis zu fünf Erweiterungsakkus, womit die Kapazität auf 9,6 kWh steigt. Die Erweiterung ist jederzeit nachrüstbar, ein kompletter Ausbau muss also nicht beim Kauf feststehen.
Wie lange halten die Akkuzellen?
Anker nennt rund 6.000 Ladezyklen für die LiFePO4-Zellen und kalkuliert eine Lebensdauer von 15 Jahren. Die Garantie läuft über 10 Jahre. Bei einem vollen Zyklus pro Tag entspricht die Zyklenzahl rechnerisch gut 16 Jahren.
Lohnt sich die Solarbank 2 E1600 AC gegenüber der Pro-Variante?
Die AC-Variante lohnt sich, wenn ein Balkonkraftwerk bereits läuft und nur der Speicher fehlt. Wer neu anfängt und mehr als zwei Module plant, bekommt bei der Pro-Variante vier MPPT-Kanäle und 2.400 W direkten Solareingang, zahlt dafür aber mehr.