Energiezähler für Speichersysteme · Anker SOLIX

Anker SOLIX Smart Meter Gen 2 (Energiezähler)

  • Genauigkeitsklasse 1 mit ±1 % bei Spannung und Strom zwischen 1 und 120 A
  • Ein- und dreiphasige Variante, für 3P4W- und 3P3W-Netze ausgelegt
  • Modbus TCP und RS-485, damit direkt in Home Assistant einbindbar
  • Regelt die Speicherabgabe laut Hersteller innerhalb von drei Sekunden nach
  • Nur 19 mm breit, halb so groß wie die erste Generation

Preise: Stand 05.10.2026, Amazon 04:10 Uhr, inkl. MwSt., ohne Gewähr

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Rezension der solarkasten.de-Redaktion · Veröffentlicht am 31. August 2026

Anker SOLIX SOLIX Smart Meter Gen 2

Technische Daten

Modellnummern AE1X0310 (einphasig), AE1X0311 (dreiphasig)
Genauigkeitsklasse Klasse 1
Messgenauigkeit Spannung ±1 %, Strom ±1 % (1–120 A), ±2 % (< 1 A)
Strommessbereich 1 bis 120 A
Stromwandler im Lieferumfang 63 A (10 mm Öffnung)
Optionaler Stromwandler 120 A (16 mm Öffnung), separat
Netzformen (dreiphasig) 3P4W und 3P3W
Kommunikation WLAN 2,4 GHz, Bluetooth, RS-485
Protokolle Modbus TCP, TCP/IP transparent
Reaktionszeit rund 3 Sekunden laut Hersteller
Eigenverbrauch rund 2 W
Montage Hutschiene im Zählerschrank
Baubreite 19 mm
Kompatibilität Solarbank Max AC, Solarbank 4 E5000 Pro, Solarbank 2 und 3
Lieferumfang Zähler, Stromwandler, Verlängerungsantenne, Sicherheitshinweise
Lebensdauer 10 Jahre laut Hersteller
Garantie 2 Jahre
Preis rund 69 € einphasig, rund 99 € dreiphasig

Rund 69 Euro für die einphasige, 99 Euro für die dreiphasige Variante: Der Anker SOLIX Smart Meter Gen 2 ist das kleinste Teil eines Speichersystems und zugleich das Bauteil, das über den Ertrag entscheidet. Grundlage dieser Einordnung sind das Anker-Datenblatt zu den Modellen AE1X0310 und AE1X0311 sowie die Händler-Listung.

Warum ein Speicher einen Zähler braucht

Eine Solarbank ohne Zähler kennt den Hausverbrauch nicht. Sie speist nach festem Muster ein, üblicherweise mit einem eingestellten Wert. Liegt der über dem Verbrauch, wandert die Differenz ins Netz und bleibt bei einem Steckersolargerät praktisch unvergütet. Liegt er darunter, kauft der Haushalt Strom, obwohl der Speicher voll ist.

Der Smart Meter schließt diese Lücke. Er sitzt im Zählerschrank, misst den Bezug am Hausanschluss und meldet den Wert an den Speicher. Dieser regelt seine Abgabe darauf ein, im Idealfall so, dass am Zähler weder Bezug noch Einspeisung stehen. Wie diese Regelung im Detail funktioniert, erklärt der Ratgeber Nulleinspeisung.

Der Unterschied ist keine Kleinigkeit. Bei einem Haushalt mit 300 W Grundlast und einem Speicher, der pauschal 600 W abgibt, gehen 300 W dauerhaft ins Netz. Über zwölf Stunden sind das 3,6 kWh am Tag, also über 1.300 kWh im Jahr, die der Haushalt hätte selbst verbrauchen können.

Klasse 1: was die Messgenauigkeit bedeutet

Anker gibt den Zähler mit Genauigkeitsklasse 1 an: ±1 Prozent bei der Spannung und ±1 Prozent beim Strom zwischen 1 und 120 A, unterhalb von 1 A sind es ±2 Prozent. Das ist die Klasse, in der auch handelsübliche Verrechnungszähler arbeiten.

Praktisch heißt das: Bei 500 W Hauslast liegt die Messung höchstens 5 W daneben. Für die Regelung eines Speichers ist diese Genauigkeit reichlich, denn die Regelabweichung durch die Reaktionszeit fällt deutlich größer aus als die Messabweichung.

Der Strommessbereich bis 120 A deckt jeden Hausanschluss ab. Der mitgelieferte Stromwandler passt allerdings nur bis 63 A, seine Öffnung misst 10 mm. Für größere Anschlüsse gibt es einen 120-A-Wandler mit 16 mm Öffnung, den Anker separat verkauft. Bei einem Einfamilienhaus mit üblicher 35-A-Absicherung reicht der beiliegende Wandler.

Ein- oder dreiphasig: die wichtigere Entscheidung

Der Zähler kommt in zwei Ausführungen. AE1X0310 misst einphasig, AE1X0311 dreiphasig und deckt dabei 3P4W- und 3P3W-Netze ab.

In Deutschland ist der Hausanschluss fast immer dreiphasig, und die Verbraucher verteilen sich über alle drei Außenleiter. Ein Speicher speist dagegen einphasig ein. Moderne Zähler messen saldierend, verrechnen also Bezug auf der einen Phase mit Einspeisung auf der anderen, weshalb die einphasige Einspeisung trotzdem den ganzen Haushalt bedient. Der Messzähler muss diese Rechnung jedoch nachvollziehen können, und dafür braucht er alle drei Phasen im Blick.

Wer die einphasige Variante wählt, sieht nur einen Ausschnitt des Verbrauchs. Der Speicher regelt dann auf eine Phase, während auf den anderen beiden weiterhin Netzstrom fließt oder Überschuss abwandert. Die 30 Euro Aufpreis für die dreiphasige Variante sind deshalb an fast jedem deutschen Hausanschluss gut angelegt.

Drei Sekunden Reaktionszeit

Anker nennt für die Nachregelung der Speicherabgabe rund drei Sekunden. Diese Zahl beschreibt die Kette aus Messung, Übertragung und Anpassung der Ausgangsleistung.

Für die Grundlast eines Haushalts, die sich über Stunden kaum ändert, ist das mehr als genug. Sichtbar wird die Verzögerung bei schnellen Lastwechseln: Ein Wasserkocher zieht für zwei Minuten 2.000 W, und die ersten Sekunden davon laufen über den Netzbezug, bis der Speicher nachgezogen hat. Beim Abschalten kehrt sich das um, dann geht kurz Energie ins Netz.

Über ein Jahr summieren sich diese Sekunden auf einige Kilowattstunden, was gegenüber dem Gewinn durch die Regelung selbst kaum ins Gewicht fällt. Wer die Bilanz nachvollziehen will, findet die Messwege im Ratgeber Balkonkraftwerk-Ertrag messen.

Modbus TCP: der unterschätzte Punkt

Der Zähler kommuniziert über WLAN im 2,4-GHz-Band, Bluetooth und RS-485 und spricht dabei Modbus TCP sowie ein transparentes TCP/IP-Protokoll.

Das ist der Punkt, der dieses Gerät über reines Zubehör hebt. Modbus TCP über das lokale Netzwerk bedeutet, dass die Messwerte auch ohne die Anker-App und ohne Cloud-Anbindung verfügbar sind. Sie lassen sich in Home Assistant einbinden, in Grafana auswerten oder als Auslöser für Automatisierungen nutzen, etwa um die Waschmaschine bei Solarüberschuss zu starten.

Für Betreiber, die ihren Haushalt ohnehin automatisieren, ersetzt der Zähler damit ein zweites Messgerät. Die Verlängerungsantenne im Lieferumfang ist in diesem Zusammenhang ein sinnvolles Detail, denn Zählerschränke aus Metall schirmen WLAN wirksam ab.

Einbau: eine Teilungseinheit und eine Elektrofachkraft

Der Zähler wird auf der Hutschiene im Zählerschrank montiert, die Stromwandler werden um die Außenleiter gelegt. Mit 19 mm Baubreite belegt er eine Teilungseinheit, die erste Generation brauchte etwa doppelt so viel Platz.

Der Einbau selbst ist Arbeit am spannungsführenden Teil der Hausinstallation, und Anker empfiehlt dafür ausdrücklich eine Elektrofachkraft. Diese Kosten gehören in die Rechnung, denn sie liegen je nach Region schnell in der Größenordnung des Zählerpreises. Wer ohnehin einen Speicher mit Wieland-Anschluss oder Festverdrahtung installieren lässt, bekommt den Zähler im selben Termin mit dazu.

Was der Zähler kostet und was er einbringt

69 Euro einphasig, 99 Euro dreiphasig, dazu rund 2 W Eigenverbrauch, also etwa 17,5 kWh im Jahr oder gut sechs Euro. Dem steht der vermiedene Netzbezug gegenüber.

Eine Beispielrechnung: Ein Speicher, der ohne Zähler pauschal 200 W über dem tatsächlichen Bedarf einspeist, verschenkt bei zwölf Stunden Betrieb 2,4 kWh am Tag. Zu 35 Cent je Kilowattstunde sind das rund 300 Euro im Jahr. Selbst wenn die Regelung nur einen Bruchteil davon rettet, hat sich der Zähler in der ersten Saison bezahlt gemacht.

Abgrenzung zu Shelly

Anker-Speicher arbeiten neben dem hauseigenen Zähler auch mit Shelly-Geräten zusammen, unter anderem dem Shelly Pro 3EM. Der Vergleich läuft auf drei Punkte hinaus.

Der Shelly kostet mehr, ist dafür herstellerunabhängig und bleibt beim Wechsel auf ein anderes Speichersystem nutzbar; Marstek, Zendure und weitere Anbieter unterstützen ihn ebenfalls. Der Anker-Zähler ist günstiger und in der Anker-App mit wenigen Schritten eingerichtet, dafür ist er beim Systemwechsel wertlos. Wer plant, langfristig bei Anker zu bleiben, greift zum hauseigenen Gerät. Wer sich die Option offenhalten will, zahlt beim Shelly für diese Freiheit.

Für wen sich der Zähler lohnt

Passend ist der Smart Meter Gen 2 für jeden, der eine Solarbank 3 E2700 Pro, eine Solarbank 4 E5000 Pro oder die Solarbank Max AC betreibt und den Eigenverbrauch ernsthaft optimieren will. Bei Systemen ab 2 kWh Kapazität ist er faktisch Pflichtzubehör, weil der Speicher sonst einen erheblichen Teil seiner Ladung ins Netz abgibt.

Weniger sinnvoll ist er bei einem kleinen Balkonkraftwerk ohne Speicher, denn dort gibt es nichts zu regeln. Und für Speicher anderer Hersteller ist er ungeeignet, weil er nur mit der Anker-Solarbank-Familie spricht.

Fazit

Der Anker SOLIX Smart Meter Gen 2 macht genau eine Sache und macht sie ordentlich: Er liefert dem Speicher den Hausverbrauch mit Genauigkeitsklasse 1 und einer Nachregelung in rund drei Sekunden. Modbus TCP im lokalen Netz ist dabei das Detail, das ihn über reines Systemzubehör hebt, weil es Home Assistant und eigene Auswertungen öffnet.

Zwei Punkte gehören vor den Kauf. Die dreiphasige Variante für 99 Euro ist am deutschen Hausanschluss fast immer die richtige, die 30 Euro Ersparnis bei der einphasigen Version zahlt man mit einer unvollständigen Messung. Und der Einbau im Zählerschrank gehört in fachkundige Hände, diese Kosten stehen nicht auf dem Preisschild.

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Genauigkeitsklasse 1 mit ±1 % ist für die Regelung eines Speichers mehr als ausreichend und liegt auf dem Niveau deutlich teurerer Zähler
  • Modbus TCP über das lokale Netzwerk macht den Zähler unabhängig von der Anker-App und öffnet ihn für Home Assistant und andere Automatisierungen
  • Die dreiphasige Variante deckt 3P4W- und 3P3W-Netze ab und passt damit auf den in Deutschland üblichen Drehstromanschluss
  • Mit 19 mm Baubreite belegt der Zähler nur eine Teilungseinheit im Verteiler, die erste Generation brauchte doppelt so viel Platz
  • Der Eigenverbrauch von rund 2 W summiert sich auf etwa 17,5 kWh im Jahr, also gut sechs Euro, und fällt gegenüber dem Nutzen kaum ins Gewicht

Das spricht dagegen

  • Der Zähler arbeitet ausschließlich mit Anker-Speichern der Solarbank-2-Serie und neuer, für Geräte anderer Hersteller ist er wertlos
  • Der Einbau erfolgt auf der Hutschiene im Zählerschrank, Anker empfiehlt dafür ausdrücklich eine Elektrofachkraft; die Kosten dafür stehen nicht im Kaufpreis
  • Der mitgelieferte Stromwandler deckt 63 A ab, für größere Hausanschlüsse ist der 120-A-Wandler separat zu kaufen
  • Zwei Jahre Garantie bei zehn Jahren angegebener Lebensdauer sind knapp, die Speicher derselben Marke kommen auf zehn Jahre
  • Die Reaktionszeit von drei Sekunden ist für die Nulleinspeisung solide, schnelle Lastwechsel wie beim Wasserkocher laufen in dieser Zeit teilweise über den Netzbezug

Bewertung im Detail

Preis-Leistung 4,0
Messgenauigkeit 4,0
Schnittstellen & Integration 4,5
Installation 3,5
Kompatibilität 3,0

Gesamtwertung: 3,8 / 5

Häufige Fragen

Wofür brauche ich den Anker SOLIX Smart Meter?

Er misst, wie viel Strom das Haus gerade aus dem Netz zieht, und meldet den Wert an die Solarbank. Erst mit dieser Information kann der Speicher genau so viel abgeben, wie im Haus verbraucht wird. Ohne Zähler speist die Solarbank nach festem Muster ein, und alles, was gerade niemand braucht, geht unvergütet ins Netz.

Welche Anker-Speicher unterstützt der Smart Meter Gen 2?

Anker nennt die Solarbank Max AC, die Solarbank 4 E5000 Pro sowie die Solarbank 2 und 3, wobei bei den älteren Modellen einzelne Funktionen entfallen können. Für Speicher anderer Hersteller ist der Zähler nicht vorgesehen. Wer Marstek, Zendure oder EcoFlow betreibt, braucht einen von deren Herstellern freigegebenen Zähler.

Was ist der Unterschied zwischen einphasig und dreiphasig?

Die einphasige Variante AE1X0310 misst einen Außenleiter, die dreiphasige AE1X0311 alle drei. In Deutschland ist der Hausanschluss fast immer dreiphasig, und weil moderne Zähler saldierend messen, verrechnen sie Bezug und Einspeisung über alle Phasen hinweg. Für eine saubere Nulleinspeisung im Haus ist deshalb die dreiphasige Variante die richtige Wahl.

Was bedeutet Genauigkeitsklasse 1?

Die Klasse beschreibt die zulässige Abweichung der Messung. Klasse 1 heißt ±1 Prozent im Nennbereich, hier bei Spannung und bei Strömen zwischen 1 und 120 A; unter 1 A sind es ±2 Prozent. Für die Regelung eines Speichers reicht das aus, denn ein Prozent Abweichung entspricht bei 500 W Hauslast gerade 5 W.

Kann ich den Zähler selbst einbauen?

Der Zähler wird auf der Hutschiene im Zählerschrank montiert und die Stromwandler werden um die Außenleiter gelegt. Das ist Arbeit am spannungsführenden Teil der Hausinstallation, und Anker empfiehlt dafür ausdrücklich eine Elektrofachkraft. Mit rund 19 mm Baubreite belegt das Gerät eine Teilungseinheit im Verteiler.

Lässt sich der Smart Meter in Home Assistant einbinden?

Ja. Der Zähler spricht Modbus TCP und ein transparentes TCP/IP-Protokoll und ist damit über das lokale Netzwerk erreichbar, ohne den Umweg über die Anker-Cloud. Damit stehen die Messwerte auch anderen Automatisierungen zur Verfügung, etwa um Waschmaschine oder Wärmepumpe nach Solarüberschuss zu starten.

Reicht der mitgelieferte Stromwandler?

Im Lieferumfang liegt ein 63-A-Wandler mit 10 mm Öffnung, der zu den meisten Einfamilienhäusern mit 35-A-Absicherung passt. Für größere Hausanschlüsse oder dickere Zuleitungen bietet Anker einen 120-A-Wandler mit 16 mm Öffnung an, der separat gekauft werden muss.

Wie schnell reagiert der Zähler auf Lastwechsel?

Anker gibt an, dass sich die Ausgangsleistung des Speichers innerhalb von rund drei Sekunden anpasst. Für die typische Grundlast im Haushalt genügt das. Kurze Spitzen wie beim Wasserkocher oder beim Anlauf einer Pumpe laufen in diesen Sekunden teilweise noch über den Netzbezug, was sich in der Jahresbilanz jedoch kaum niederschlägt.

Was kostet der Anker SOLIX Smart Meter?

Die einphasige Variante liegt bei rund 69 Euro, die dreiphasige bei rund 99 Euro. Bei einigen Bundles, etwa der Solarbank Max AC bei Amazon, ist der Zähler bereits enthalten. Ein Blick auf den Lieferumfang lohnt, bevor er separat bestellt wird.

Ist ein Shelly-Zähler die bessere Alternative?

Anker-Speicher arbeiten auch mit Shelly-Zählern zusammen, und der Shelly Pro 3EM misst ebenfalls dreiphasig. Er kostet mehr, ist dafür herstellerunabhängig und bleibt beim Wechsel auf ein anderes Speichersystem nutzbar. Wer sicher bei Anker bleibt, fährt mit dem hauseigenen Zähler günstiger und hat die einfachere Einrichtung.

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