Technische Daten
| Gerätetyp | Sinus-Wechselrichter mit Ringkerntransformator, Inselbetrieb |
|---|---|
| Versionen | 12/2000, 24/2000, 48/2000 |
| Dauerleistung bei 25 °C | 2.000 VA / 1.600 W |
| Dauerleistung bei 40 °C | 1.450 W |
| Dauerleistung bei 65 °C | 1.000 W |
| Spitzenleistung | 4.000 W |
| Ausgang | 230 V AC ±2 % (einstellbar 210–245 V), 50 oder 60 Hz |
| Eingangsspannung | 9,3–17 V / 18,6–34 V / 37,2–68 V |
| Max. Wirkungsgrad | 92 % (12 V), 94 % (24 V), 94 % (48 V) |
| Leerlaufverbrauch | 8 W (12 V), 9 W (24 V), 11 W (48 V) |
| Leerlauf im ECO-Modus | 0,6 W (12 V), 1,3 W (24 V), 2,1 W (48 V) |
| Parallel- und Drehstrombetrieb | nein |
| Schnittstellen | Bluetooth, VE.Direct, Fern-Ein/Aus |
| Programmierbares Relais | 240 V AC / 4 A, 4 A bis 35 V DC, 1 A bis 60 V DC |
| AC-Anschluss | Schraubklemmen |
| Batterieanschluss | M8-Bolzen |
| Schutzart | IP21 |
| Betriebstemperatur | -40 bis +65 °C, Lüfterkühlung |
| Abmessungen (H × B × T) | 485 × 219 × 125 mm |
| Gewicht | 13 kg |
| Normen | EN 60335-1, EN 55014, IEC 61000-6, Kfz-Richtlinie ECE R10-5 |
| Garantie | 5 Jahre laut Victron, gegen Aufpreis auf 10 Jahre verlängerbar |
Der Phoenix Inverter Smart 2000 ist Victrons Sinus-Wechselrichter der 2.000-VA-Klasse. Er macht aus einer 12-, 24- oder 48-V-Batterie 230 V Wechselstrom, etwa im Wohnmobil, auf dem Boot oder im Gartenhaus ohne Netzanschluss. Bei Amazon kostet er je nach Spannung zwischen rund 398 und 572 Euro. Grundlage dieser Einordnung sind das Victron-Datenblatt der Reihe Wechselrichter Smart 1600 bis 5000 VA, die Garantiebedingungen und die Amazon-Listungen.
2.000 VA, 1.600 W: was im Namen steckt
Die 2.000 im Namen beziehen sich auf die Scheinleistung. Als Wirkleistung liefert der Wechselrichter laut Datenblatt 1.600 W dauerhaft bei 25 °C, 1.450 W bei 40 °C und 1.000 W bei 65 °C. Im Sommer unter dem Wohnmobilboden oder in einem engen Staukasten steht also spürbar weniger Leistung zur Verfügung als auf dem Papier.
Seine Stärke zeigt er bei der Spitzenleistung von 4.000 W. Der Ringkerntransformator puffert den Anlaufstrom, den Kompressorkühlschränke, Pumpen, Kaffeemaschinen und Elektrowerkzeuge beim Einschalten ziehen. Die Grenze bleibt die Dauerlast: Föhn, Wasserkocher oder Heizlüfter mit 2.000 W und mehr überfordern das Gerät.
Welche Geräte am Phoenix Smart laufen
Entscheidend ist die Leistungsaufnahme auf dem Typenschild. Als Richtwerte für typische Haushaltsgeräte:
| Gerät | typische Aufnahme | am Phoenix Smart 2000 |
|---|---|---|
| Kompressor-Kühlbox | 40–60 W | ja, Anlaufstrom kein Problem |
| Laptop, Monitor, Router | 20–100 W | ja, im ECO-Modus Schwellwert beachten |
| Filterkaffeemaschine | 800–1.000 W | ja |
| Mikrowelle mit 800 W Garleistung | rund 1.200 W | ja |
| Kaffeevollautomat | 1.200–1.500 W | ja, knapp bei warmer Umgebung |
| Einzelne Induktionsplatte | 1.400–2.000 W | nur auf niedriger Stufe |
| Föhn, Wasserkocher | 1.800–3.000 W | nein |
Mehrere Geräte addieren sich. Kaffeemaschine und Mikrowelle gleichzeitig sprengen die 1.600 W, nacheinander laufen sie problemlos. Wer regelmäßig Wasserkocher oder Föhn braucht, landet bei der nächsten Klasse mit 3.000 VA.
Die 12-V-Rechnung: Strom und Batterie
Bei 12 V fließen hohe Ströme. Für 1.600 W am Ausgang zieht der Wechselrichter bei 92 Prozent Wirkungsgrad und 12,8 V rund 136 A aus der Batterie. Sinkt die Spannung gegen Ende der Entladung auf 11 V, sind es knapp 160 A. Kabel, Sicherung und Batterieklemmen müssen diesen Strom dauerhaft vertragen, die Querschnitte legt das Victron-Handbuch fest. Kurze Leitungen zwischen Batterie und Wechselrichter halten die Verluste klein.
Auch die Batterie muss mithalten. Eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 100 Ah speichert 1,28 kWh und ist bei voller Last nach gut 40 Minuten leer. Für die morgendliche Kaffeemaschine reicht das locker, für den Dauerbetrieb einer Mikrowelle oder eines Induktionskochfelds sind 200 Ah und ein Batteriemanagement mit entsprechendem Entladestrom sinnvoll. Wie lange ein Solarmodul braucht, um die Batterie wieder zu füllen, rechnet der Ratgeber Wie lange braucht ein Solarmodul, um eine Batterie zu laden vor.
24 oder 48 V: die bessere Wahl bei viel Leistung
Die 24-V-Version halbiert den Strom auf rund 70 A, die 48-V-Version viertelt ihn. Beide arbeiten mit 94 Prozent Wirkungsgrad statt 92 Prozent. Bei einem Gartenhaus oder Tiny House mit größerem Speicher ist 48 V deshalb die naheliegende Wahl, zumal die 48-V-Version bei Amazon* mit rund 398 Euro am günstigsten ist. Im Wohnmobil bleibt es meist bei 12 V, weil Bordnetz, Lichtmaschine und Ladebooster darauf ausgelegt sind.
Leerlauf und ECO-Modus
Ohne Last zieht die 12-V-Version laut Datenblatt 8 W. Über einen Tag sind das rund 190 Wh, also fast 15 Prozent einer 100-Ah-Batterie. Wer den Wechselrichter dauerhaft eingeschaltet lässt, merkt das beim Blick auf den Ladezustand.
Der ECO-Modus löst das Problem. Fällt die Last unter einen einstellbaren Wert, geht der Wechselrichter in den Standby und prüft alle 2,5 Sekunden, ob wieder ein Verbraucher Strom zieht. Der Leerlauf sinkt auf 0,6 W, über einen Tag etwa 14 Wh. Der Haken: Sehr kleine Dauerlasten wie ein Router oder ein Handyladegerät erkennt der Wechselrichter unter Umständen nicht, dann müssen Schwellwert oder Modus angepasst werden.
Bedienung per Bluetooth und App
Eingerichtet wird der Phoenix Smart über die kostenlose App VictronConnect. Dort lassen sich die Unterspannungsabschaltung, eine lastabhängige dynamische Abschaltung, Ausgangsspannung zwischen 210 und 245 V, Frequenz, die Schwellwerte des ECO-Modus und das Alarmrelais einstellen. Die App zeigt Ein- und Ausgangsspannung, Last und Alarme in Echtzeit.
Über den VE.Direct-Anschluss hängt sich der Wechselrichter an ein GX-Gerät wie den Victron Cerbo GX*, das alle Victron-Komponenten im Fahrzeug bündelt und Fernüberwachung über das kostenlose VRM-Portal erlaubt. Ein Fern-Ein/Aus-Schalter lässt sich über den zweipoligen Stecker anschließen.
Was dazugehört: Steckdose, Ladegerät, Umschaltung
Der Phoenix Smart ist ein reiner Wechselrichter. Drei Dinge gehören deshalb zur Planung:
- Steckdosen: Der 230-V-Ausgang endet an Schraubklemmen. Im Wohnmobil führt die Leitung meist in eine kleine Unterverteilung mit Fehlerstromschutzschalter und von dort zu den Steckdosen.
- Laden: Einen Solareingang oder ein Ladegerät hat das Gerät nicht. Die Batterie lädt über einen MPPT-Laderegler vom Solarmodul, einen Ladebooster an der Lichtmaschine oder ein separates Landstrom-Ladegerät.
- Umschaltung: Wer Landstrom und Wechselrichter auf dieselben Steckdosen legen will, braucht einen Transferschalter. Victron empfiehlt dafür den Filax mit unter 20 ms Umschaltzeit oder gleich ein Kombigerät wie den Victron MultiPlus-II.
Ein Inselgerät, kein Einspeise-Wechselrichter
Häufig gesucht wird der Victron-Wechselrichter auch von Besitzern eines Balkonkraftwerks. Dafür ist er das falsche Gerät: Der Phoenix Smart erzeugt ein eigenes Inselnetz aus der Batterie und darf nie mit dem öffentlichen Netz verbunden werden. Er ist nicht parallel schaltbar und hat keine Netzsynchronisation. Solarstrom ins Hausnetz bringt ein Mikrowechselrichter, wie der Ratgeber Wie kommt der Strom vom Balkonkraftwerk ins Haus erklärt. Für einen netzparallelen Heimspeicher mit Einheitenzertifikat ist der MultiPlus-II das passende Victron-Gerät.
Einbauort und Garantie
Das Stahlgehäuse ist nach IP21 geschützt, der Lüfter kühlt aktiv. Das reicht für Innenräume, Staufächer und Technikschränke, feuchte Motorräume oder die offene Bilge scheiden aus. Der Temperaturbereich von -40 bis +65 °C deckt Winterlager und Sommerhitze ab, oberhalb von 25 °C sinkt allerdings die Dauerleistung. Mit 13 kg und 48,5 cm Höhe braucht das Gerät einen festen Platz mit Luft zum Atmen.
Victron gibt 5 Jahre Garantie auf seine Wechselrichter und verlängert sie gegen Aufpreis auf 10 Jahre. Einzelne Amazon-Listungen nennen abweichend 2 Jahre, maßgeblich sind die Bedingungen des Herstellers.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Dauerleistung | Spitze | Batterie | Ladegerät | Preis | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Victron Phoenix Smart 2000 | 1.600 W | 4.000 W | extern, 12/24/48 V | nein | ca. 398–572 € ohne Batterie | 4,0 |
| Victron MultiPlus-II 48/3000 | 2.400 W | 5.500 W | extern, 48 V | 35 A, Transferschalter | ca. 458 € ohne Batterie | 4,0 |
| Anker SOLIX C2000 Gen 2 | 2.400 W | 4.000 W | 2.048 Wh eingebaut | ja, Netz und Solar | ca. 1.018 € | 4,5 |
| EcoFlow DELTA 2 Max | 2.400 W | k. A. | 2.048 Wh eingebaut | ja, Netz und Solar | ca. 949 € | 4,0 |
Die beiden Powerstations zeigen den anderen Weg: Batterie, Wechselrichter, Ladegerät und Solarregler stecken in einem tragbaren Gerät, mit Steckdosen an der Front. Wer keinen festen Einbau plant, fährt damit einfacher. Der Phoenix Smart spielt seine Stärken im festen Einbau aus, wo eine vorhandene Bordbatterie genutzt wird, die Kapazität frei wählbar sein soll und der geringe Leerlauf im ECO-Modus zählt.
Für wen sich das Gerät lohnt
Passend ist der Phoenix Smart 2000 für Wohnmobil- und Kastenwagen-Ausbauer, die 230 V aus der Bordbatterie wollen, für Boote mit 12- oder 24-V-Bordnetz und für Gartenhäuser und Inselanlagen mit 48-V-Speicher. In allen drei Fällen zählen die hohe Anlaufreserve, der sparsame ECO-Modus und die saubere Einbindung in ein Victron-System.
Weniger passend ist er für alle, die Landstrom und Batterie automatisch umschalten wollen, dort ist der MultiPlus die komplettere Lösung. Und für Balkonkraftwerk-Besitzer ist er schlicht das falsche Gerät.
Fazit
Der Victron Phoenix Inverter Smart 2000 ist ein robuster Sinus-Wechselrichter mit ehrlicher Datenlage: 1.600 W dauerhaft, 4.000 W Spitze, 0,6 W im ECO-Modus und eine App, die alle wichtigen Parameter zugänglich macht. Die Einschränkungen gehören zum Konzept: keine Steckdose, kein Ladegerät, keine Netzumschaltung und bei 12 V sehr hohe Ströme.
Für den festen Einbau im Wohnmobil ist die 12-V-Version bei Amazon* die gängige Wahl, für Gartenhaus und Inselanlage die günstigere 48-V-Version. Wer die Batterie auch aus dem Netz laden will, schaut sich den MultiPlus an: In der 48-V-Klasse kostet der MultiPlus-II 48/3000 bei Amazon nur rund 60 Euro mehr als der Phoenix Smart 48/2000.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- 4.000 W Spitzenleistung starten Kompressorkühlschrank, Kaffeemaschine und Elektrowerkzeug ohne Abschaltung
- Im ECO-Modus zieht die 12-V-Version nur 0,6 W, die Batterie bleibt über Nacht fast unberührt
- Unterspannungsabschaltung, Alarme und Ausgangsspannung lassen sich per App einstellen
- Die Kfz-Richtlinie ECE R10-5 steht im Datenblatt, der Einbau in Wohnmobil und Boot ist vorgesehen
- Drei Spannungsversionen, die 48-V-Version ist bei Amazon mit rund 398 Euro die günstigste
- 5 Jahre Garantie und ein robustes Stahlgehäuse
Das spricht dagegen
- Der 230-V-Ausgang endet an Schraubklemmen, eine Steckdose oder Unterverteilung muss dazugebaut werden
- Ladegerät und Netzumschaltung fehlen, für Landstrom braucht es Zusatzgeräte oder einen MultiPlus
- Die Dauerleistung liegt mit 1.600 W unter den 2.000 im Namen, bei 40 °C bleiben 1.450 W
- Bei 12 V fließen unter Volllast rund 140 bis 160 A, das verlangt dicke Kabel, Sicherung und eine starke Batterie
- Nicht parallel schaltbar und nur IP21, Einbau ausschließlich an trockenen Orten
Häufige Fragen
Wie viel Leistung liefert der Victron Phoenix Smart 2000 wirklich?
Laut Datenblatt 2.000 VA Scheinleistung, das entspricht 1.600 W Dauerleistung bei 25 °C. Bei 40 °C sinkt sie auf 1.450 W, bei 65 °C auf 1.000 W. Kurzzeitig schafft der Wechselrichter 4.000 W, das reicht für den Anlaufstrom von Kompressoren und Motoren. Dauerhaft sollten die angeschlossenen Geräte zusammen unter 1.600 W bleiben.
Welche Version soll ich nehmen: 12, 24 oder 48 V?
Die Version richtet sich nach der Batterie. Im Wohnmobil ist 12 V üblich, dort fließen unter Volllast aber rund 150 A. Die 24-V-Version halbiert den Strom und arbeitet mit 94 statt 92 Prozent Wirkungsgrad. Für Gartenhaus und Inselanlage mit größerem Speicher ist die 48-V-Version die beste Wahl, bei Amazon ist sie zugleich die günstigste.
Welche Batterie brauche ich für den Victron Phoenix Smart 12/2000?
Eine 12-V-Batterie, die dauerhaft rund 150 A liefern kann, bei Lithium-Eisenphosphat also mit einem Batteriemanagement für mindestens diesen Entladestrom. Die Kapazität bestimmt die Laufzeit: Eine 100-Ah-Batterie mit 1,28 kWh ist bei voller Last nach gut 40 Minuten leer. Für regelmäßigen Betrieb mit Kaffeemaschine oder Mikrowelle sind 200 Ah und mehr sinnvoll.
Kann ich mit dem Victron Phoenix Smart 2000 Strom ins Hausnetz einspeisen?
Nein. Der Phoenix Smart ist ein Inselwechselrichter, er erzeugt ein eigenes 230-V-Netz aus der Batterie und darf nie mit dem öffentlichen Netz verbunden werden. Für die Einspeisung gibt es Mikrowechselrichter im Balkonkraftwerk oder netzparallele Batteriewechselrichter wie den Victron MultiPlus-II mit Einheitenzertifikat.
Was bringt der ECO-Modus?
Im ECO-Modus schaltet der Wechselrichter auf Standby, sobald die Last unter einen einstellbaren Wert fällt, und prüft alle 2,5 Sekunden, ob wieder ein Verbraucher Strom zieht. Der Leerlauf sinkt bei der 12-V-Version von 8 auf 0,6 W. Über einen Tag sind das rund 14 statt 190 Wh. Sehr kleine Dauerlasten wie ein Router erkennt der Wechselrichter dabei unter Umständen nicht.
Hat der Victron Phoenix Smart 2000 eine Steckdose?
Nein, der 230-V-Ausgang wird über Schraubklemmen angeschlossen. Im Wohnmobil führt die Leitung meist in eine kleine Unterverteilung mit Fehlerstromschutzschalter und von dort zu den Steckdosen. Diese Verkabelung gehört in fachkundige Hände.
Kann ich Solarmodule direkt an den Wechselrichter anschließen?
Nein, der Phoenix Smart hat keinen Solareingang. Die Module laden über einen MPPT-Laderegler die Batterie, der Wechselrichter holt den Strom dann aus der Batterie. Victron bietet dafür die SmartSolar-Laderegler an, die sich ebenfalls per Bluetooth überwachen lassen.
Was unterscheidet den Phoenix Smart vom Victron MultiPlus?
Der MultiPlus vereint Wechselrichter, Ladegerät und Transferschalter. Er lädt die Batterie am Landstrom und schaltet bei dessen Ausfall in Millisekunden auf Batteriebetrieb um. Der Phoenix Smart ist ein reiner Wechselrichter und dafür günstiger und sparsamer im Leerlauf. Wer nur gelegentlich Landstrom hat, kombiniert ihn mit einem separaten Ladegerät.
Wie lange gilt die Garantie?
Victron gibt auf seine Wechselrichter 5 Jahre Garantie und bietet gegen Aufpreis eine Verlängerung auf 10 Jahre an. Einzelne Amazon-Listungen nennen abweichend 2 Jahre, maßgeblich sind die Garantiebedingungen des Herstellers.