Technische Daten
| Gerätetyp | Off-Grid- und Notstrom-Modul für SolarFlow-Akkus |
|---|---|
| AC-Dauerleistung | 1.500 W mit zwei oder mehr AB-Akkus, 1.200 W mit einem AB2000 |
| Spitzenleistung | 3.000 W |
| AC-Ausgänge | 2 × Schuko 230 V |
| USB-C | 65 W Power Delivery |
| USB-A | 12 W |
| XT60 | 130 W Ausgang, 400 W Eingang |
| AC-Eingang | bis 900 W über Kaltgerätebuchse |
| Solareingang | 400 W über XT60 (zendure.com nennt bis 600 W Modulleistung) |
| Solareingang im Verbund | bis 1.400 W mit Hub 1200, bis 2.200 W mit Hub 2000 |
| Ladezeit | rund 1,6 h von 0 auf 100 % mit Netz und Solar zusammen |
| USV-Umschaltzeit | 20 ms |
| Kompatible Akkus | AB1000, AB1000S, AB2000, AB2000S, AB2000X |
| Maximale Kapazität | 7.680 Wh mit vier AB2000 |
| Maße | 326 × 200 × 108 mm |
| Gewicht | rund 3,5 bis 4 kg ohne Akku |
| Schutzart | IP31, nur für trockene Aufstellung |
| Kühlung | aktiver Lüfter, in Tests 40 bis 42 dB(A) |
| Steuerung | Zendure-App über Bluetooth und WLAN |
| Tarif-Funktion | Lade- und Entladeplan nach Nord-Pool-Strompreisen |
| Preisempfehlung Hersteller | 479 € (Straßenpreis deutlich darunter) |
Rund 178 Euro für ein Gerät ohne eigene Batterie: Das Zendure SolarFlow Ace 1500 ist ein Aufsatz für die AB-Akkus der SolarFlow-Familie und verwandelt sie in eine Powerstation mit zwei Steckdosen, Netzladegerät und Notstromfunktion. Grundlage dieser Einordnung sind die Zendure-Produktdaten, die Händler-Listung und die Messwerte veröffentlichter Tests.
Ein Modul, das den Akku doppelt nutzt
Ein SolarFlow-Akku ist im Normalbetrieb fest eingebunden: Er hängt am SolarFlow 800 oder an einem Hub, lädt tagsüber aus den Modulen und speist abends ins Hausnetz ein. Steckdosen hat er keine, und außerhalb dieses Aufbaus lässt sich mit ihm nichts anfangen.
Das Ace 1500 setzt sich direkt auf denselben Akku und bringt die fehlenden Teile mit: Wechselrichter, Steckdosen, USB-Anschlüsse und ein Netzladegerät. Der Anschluss läuft über die Stapelkontakte, zusätzliche Kabel entfallen. Damit wird aus einem Speicher, der bisher nur eingespeist hat, ein Gerät für Camping, Werkstatt und Stromausfall.
Der wirtschaftliche Reiz liegt genau darin. Die teure Komponente eines jeden mobilen Stromspeichers ist die Batterie, und die steht bei SolarFlow-Betreibern bereits im Haus. Ein zweites Akkupaket in Form einer fertigen Powerstation kostet ein Vielfaches des Moduls.
Die Leistung hängt an der Zahl der Akkus
1.500 W Dauerleistung und 3.000 W in der Spitze stehen im Datenblatt, mit einer wichtigen Einschränkung: Diese Werte gelten ab zwei angeschlossenen AB-Akkus. Mit einem einzelnen AB2000 gibt das Modul 1.200 W ab.
Der Grund liegt in der Strombelastbarkeit des einzelnen Akkus. 1.500 W bei Akkuspannung bedeuten einen Dauerstrom, den ein AB2000 allein nicht dauerhaft liefern soll, zwei Akkus teilen ihn sich auf. Wer das Modul für Werkzeug kauft, rechnet deshalb besser mit zwei Akkus.
Was die Leistung praktisch bedeutet, zeigt ein veröffentlichter Test: Dort liefen ein Trennschleifer mit 2.200 W Anlaufleistung und eine Gartenpumpe mit 1.500 W ohne Abschaltung. Für die Spitzenreserve von 3.000 W ist das der typische Anwendungsfall, denn Motoren ziehen beim Anlaufen ein Vielfaches ihrer Nennleistung.
Die Anschlüsse im Überblick
Das Modul trägt zwei Schuko-Steckdosen, einen USB-C-Anschluss mit 65 W Power Delivery, einen USB-A-Anschluss mit 12 W, eine XT60-Buchse mit 130 W Ausgang und 400 W Eingang sowie eine Kaltgerätebuchse für bis zu 900 W Ladeleistung.
Die 65 W am USB-C reichen für Notebooks der Mittelklasse und laden jedes Smartphone mit voller Geschwindigkeit. Verglichen mit aktuellen Powerstations, die an dieser Stelle 100 W und mehr bieten, ist der Wert bescheiden. Die XT60-Buchse ist der Solareingang des Moduls und nimmt bis zu 400 W an, laut zendure.com lassen sich daran Module bis 600 W Nennleistung betreiben.
Notstrom: 20 Millisekunden entscheiden
Die Umschaltzeit von 20 Millisekunden ist der technisch interessanteste Wert des Geräts. Bei einem Netzausfall übernimmt das Modul so schnell, dass angeschlossene Geräte den Ausfall nicht bemerken. Kühlschrank, Router, Heizungssteuerung und Rechner laufen ohne Neustart weiter.
Ein Rechenbeispiel für den Ernstfall: Ein moderner Kühlschrank mit 150 kWh Jahresverbrauch zieht rund 0,4 kWh am Tag. Ein AB2000 mit 1.920 Wh trägt ihn damit über etwa vier Tage, wenn sonst nichts angeschlossen ist. Kommen Router und LED-Licht dazu, bleiben immer noch gut zwei Tage.
Bei Dauerbetrieb im Haus lohnt der Blick auf die Verluste. Ein Test maß aus einem AB2000 rund 1.775 Wh nutzbare Energie, die Verluste aus Entladung und Wechselrichtung zusammen liegen also bei etwa 8 Prozent. Für ein Gerät dieser Klasse ist das ein guter Wert.
Laden: 900 W aus der Steckdose
Das Modul lädt die angeschlossenen Akkus mit bis zu 900 W aus dem Netz. Zusammen mit Solarstrom über den XT60-Eingang nennt Zendure rund 1,6 Stunden von null auf voll.
Diese Ladeleistung öffnet eine zweite Nutzung: das Laden zu günstigen Zeiten. Die Zendure-App zeigt die Börsenpreise von Nord Pool für den kommenden Tag und erlaubt einen Lade- und Entladeplan entlang dieser Kurve. Bei einem dynamischen Tarif lädt der Akku damit nachts günstig und gibt zur teuren Abendspitze ab, wie es der Ratgeber Batteriespeicher mit dynamischem Stromtarif durchrechnet.
Wo Zendure gespart hat
Drei Punkte tauchen in praktisch jedem veröffentlichten Test auf.
Das Gehäuse aus Kunststoff wirkt einfacher als beim Rest der Familie, und mehrere Tester berichten von einem deutlichen Geruch bei neuen Geräten. Die Schutzart IP31 erlaubt nur die Aufstellung im Trockenen, während die AB-Akkus selbst mit IP65 für draußen ausgelegt sind. Und der Lüfter ist unter Last mit 40 bis 42 dB(A) hörbar, was im Hauswirtschaftsraum kaum auffällt und in einem Schlafraum stört.
Dazu kommt die Masse. Das Modul selbst wiegt rund 3,5 bis 4 kg, jeder AB2000 bringt jedoch etwa 20 kg auf die Waage. Als Campingbegleiter ist der Aufbau damit ein Zwei-Personen-Gepäckstück, kein Koffer für den Radanhänger.
Einordnung gegen fertige Powerstations
Die ehrliche Rechnung hängt daran, was bereits im Haus steht.
Wer schon einen oder mehrere AB2000X betreibt, zahlt rund 178 Euro und bekommt 1.920 Wh mobile Energie mit 1.200 W Dauerleistung dazu. Eine fertige Powerstation dieser Klasse kostet ein Vielfaches. Wer dagegen bei null anfängt, zahlt für Modul und Akku zusammen ungefähr so viel wie für eine Jackery Explorer 2000 v2 und bekommt dort ein geschlossenes Gehäuse, mehr Anschlüsse und kein Stapelsystem.
Ein zweiter Unterschied betrifft die Nutzung. Die Powerstation steht im Keller und wartet auf den nächsten Einsatz, der SolarFlow-Akku arbeitet das Jahr über im Hausnetz und wird nur bei Bedarf abgezogen. Diese Doppelnutzung ist das eigentliche Argument für das Ace 1500.
Für wen sich das Modul lohnt
Passend ist es für jeden, der bereits ein SolarFlow-System mit mindestens einem AB-Akku betreibt und zusätzlich Notstrom oder mobile Energie braucht. Auch als Ergänzung zu einem SolarFlow 800 ergibt es Sinn, weil dieser selbst keine Steckdose besitzt und der Akku bei Netzausfall sonst ungenutzt bleibt.
Weniger passend ist es für den reinen Außeneinsatz, für Betreiber anderer Speichersysteme und für alle, die eine leichte, tragbare Lösung suchen. Wer ausschließlich mobil Strom braucht, ist mit einer klassischen Powerstation besser bedient.
Alternativen im Vergleich
| Gerät | Dauerleistung | Kapazität | Besonderheit | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Zendure Ace 1500 | 1.200 bis 1.500 W | Akku separat, bis 7.680 Wh | nutzt vorhandene SolarFlow-Akkus | ca. 178 € |
| Jackery Explorer 2000 v2 | 2.200 W | 2.042 Wh fest | geschlossene Powerstation, 20 ms USV | ca. 899 € |
| Anker SOLIX C2000 Gen 2 | 2.400 W | 2.048 Wh fest | 2.400 W Ausgang, erweiterbar | ca. 1.018 € |
Fazit
Das Zendure SolarFlow Ace 1500 löst eine Aufgabe, die im SolarFlow-System tatsächlich offen ist: Es macht den fest eingebundenen Hausakku mobil und legt eine Notstromversorgung mit 20 Millisekunden Umschaltzeit obendrauf. Zu rund 178 Euro ist das ein gutes Geschäft, weil die teure Batterie bereits vorhanden ist.
Vor dem Kauf stehen zwei Prüfungen. Das Modul braucht einen trockenen Standplatz, IP31 schließt die dauerhafte Aufstellung im Freien aus. Und die vollen 1.500 W gibt es erst ab zwei Akkus, mit einem einzelnen AB2000 sind es 1.200 W. Wer damit leben kann, bekommt für wenig Geld eine zweite Nutzung für Akkus, die ohnehin im Haus stehen.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Aus vorhandenen SolarFlow-Akkus wird eine vollwertige Powerstation, ohne dass ein zweites Akkupaket gekauft werden muss
- 1.500 W Dauerleistung decken auch Werkzeug und Gartenpumpen ab, in Tests liefen ein 2.200-W-Trennschleifer und eine 1.500-W-Pumpe daran
- 20 Millisekunden Umschaltzeit reichen für Kühlschrank, Router und Rechner, die Geräte merken den Netzausfall nicht
- 900 W Ladeleistung am Netz machen das Modul zusammen mit Solar in rund 1,6 Stunden wieder voll
- Der Lade- und Entladeplan nach Börsenpreisen ist bei einem dynamischen Stromtarif bares Geld wert
- Zu rund 178 Euro liegt der Straßenpreis weit unter der Preisempfehlung von 479 Euro
Das spricht dagegen
- IP31 heißt Innenaufstellung, für den dauerhaften Betrieb im Freien ist das Modul nicht gebaut
- Das Kunststoffgehäuse wirkt in Tests einfacher als der Rest der SolarFlow-Familie, mehrere Tester bemängeln zudem einen deutlichen Geruch aus dem Neuzustand
- Der Lüfter arbeitet unter Last hörbar mit 40 bis 42 dB(A) und stört in einem Schlafraum
- Mit nur einem AB2000 sinkt die Dauerleistung auf 1.200 W, die vollen 1.500 W gibt es erst ab zwei Akkus
- Als mobile Lösung ist der Aufbau schwer: zum Modul kommen je AB2000 rund 20 kg Akku dazu
- Der Solareingang am Modul selbst bleibt mit 400 W bescheiden, größere Anlagen brauchen zusätzlich einen Hub
Häufige Fragen
Was macht das Zendure SolarFlow Ace 1500 genau?
Das Modul wird auf einen vorhandenen SolarFlow-Akku der AB-Serie gesetzt und ergänzt ihn um Steckdosen, USB-Anschlüsse, ein Netzladegerät und eine Notstromfunktion. Aus einem Akku, der bisher nur ins Hausnetz eingespeist hat, wird damit eine Powerstation, die sich auch mitnehmen lässt.
Welche Akkus passen an das Ace 1500?
Zendure nennt die AB-Serie, also AB1000, AB1000S, AB2000, AB2000S und AB2000X. Bis zu vier AB2000 lassen sich stapeln, das ergibt 7.680 Wh. Die größeren AB3000-Akkus gehören zur 2400er-Reihe und sind für das Ace 1500 nicht vorgesehen.
Wie viel Leistung liefert das Ace 1500 wirklich?
Die Dauerleistung hängt an der Zahl der Akkus. Mit einem einzelnen AB2000 gibt das Modul 1.200 W ab, ab zwei Akkus sind es die vollen 1.500 W. Kurzzeitig sind 3.000 W möglich, was für den Anlaufstrom von Pumpen und Motoren gedacht ist.
Taugt das Ace 1500 als Notstromversorgung für den Kühlschrank?
Ja. Die Umschaltung auf Akkubetrieb dauert 20 Millisekunden, damit überbrückt das Modul einen Netzausfall, ohne dass Kühlschrank, Router oder Rechner neu starten. Ein Kühlschrank mit 150 kWh Jahresverbrauch zieht am Tag rund 0,4 kWh, ein einzelner AB2000 trägt ihn also über mehrere Tage.
Kann das Ace 1500 im Garten oder auf dem Balkon stehen?
Für den kurzen Einsatz im Trockenen ja, für die dauerhafte Aufstellung im Freien nein. Das Modul ist mit IP31 nur gegen senkrecht fallende Tropfen geschützt. Die AB-Akkus selbst sind mit IP65 deutlich robuster, das schwächste Glied im Aufbau bleibt damit das Ace 1500.
Wie laut ist das Ace 1500?
Unter Last läuft ein aktiver Lüfter, Tester messen 40 bis 42 dB(A). Das entspricht etwa einem leisen Kühlschrank und fällt im Hauswirtschaftsraum kaum auf. In einem Schlafraum oder direkt neben dem Schreibtisch ist das Geräusch dagegen präsent.
Lässt sich das Ace 1500 mit einem dynamischen Stromtarif nutzen?
Die Zendure-App zeigt die Nord-Pool-Börsenpreise für den Tag an und erlaubt einen Lade- und Entladeplan entlang dieser Kurve. Der Akku lädt damit in der günstigen Nachtstunde und gibt zur teuren Abendspitze ab. Wie viel das bringt, hängt am Tarif und an der Preisspreizung des jeweiligen Tages.
Wie viel Energie kommt aus einem AB2000 an der Steckdose an?
Ein Test mit einem AB2000 kam auf rund 1.775 Wh nutzbare Energie aus 1.920 Wh Nennkapazität. Die Verluste aus Entladung und Wechselrichtung zusammen liegen damit bei etwa 8 Prozent, was für ein Gerät dieser Klasse ein ordentlicher Wert ist.
Brauche ich zusätzlich einen Hub oder Wechselrichter?
Für den reinen Inselbetrieb genügt das Ace 1500 mit einem Akku. Wer denselben Akku auch ins Hausnetz einspeisen lassen will, braucht weiterhin ein netzgekoppeltes Gerät wie den SolarFlow 800 oder einen Hub. Der Solareingang des Ace 1500 liegt bei 400 W, im Verbund mit einem Hub 2000 sind bis zu 2.200 W Modulleistung möglich.
Lohnt sich das Ace 1500 gegenüber einer fertigen Powerstation?
Wer bereits SolarFlow-Akkus besitzt, fährt mit dem Modul deutlich günstiger, weil die teure Batterie schon da ist. Wer bei null anfängt, bekommt für den Preis von Modul plus Akku auch eine fertige Powerstation mit besserem Gehäuse und ohne Stapelaufbau. Der Reiz des Ace 1500 liegt in der Doppelnutzung derselben Akkus.