Technische Daten
| Gerätetyp | Hybrid-Mikrowechselrichter mit Akkuanschluss |
|---|---|
| AC-Ausgangsleistung | 800 W, bidirektional |
| Netzanschluss | 220 bis 240 V, 50 Hz, rund 3,5 A |
| MPPT-Kanäle | 2 |
| Max. PV-Leistung | 1.200 W (600 W je Kanal) |
| PV-Spannungsbereich | 14 bis 55 V DC |
| Startspannung | ab 14 V |
| Max. Eingangsstrom je Kanal | 18 A |
| Max. Kurzschlussstrom | 22,5 A |
| Wirkungsgrad | 96 % laut Händler-Datenblatt, bis 97,75 % laut Zendure mit Akku |
| Kompatible Akkus | AB1000, AB2000, AB2000S, AB2000X (S-Serie) |
| Maximale Kapazität | bis 6 Akkus, 11,52 kWh |
| Energiemanagement | HEMS an Bord, Nulleinspeisung mit Smart Meter |
| Unterstützte Zähler | Zendure Smart Meter 3CT und D0, Shelly Pro 3EM, Shelly 3EM |
| Kommunikation | WLAN 2,4 GHz, Bluetooth |
| Schutzart | IP67 |
| Betriebstemperatur | −20 bis +60 °C |
| Maße | 274 × 231 × 47 mm |
| Gewicht | rund 5 kg |
| Lieferumfang | Wechselrichter, 3 m AC-Kabel, Antenne, Montagezubehör |
| Garantie | 10 Jahre laut Zendure-Garantiebedingungen für SolarFlow-Geräte |
| Preisempfehlung Hersteller | 249 € ohne Modul und ohne Akku |
Ein Mikrowechselrichter, an den ein Speicher direkt angesteckt wird: Der Zendure SolarFlow 800 verbindet zwei Geräte, die sonst getrennt gekauft werden, und ist bei Amazon derzeit im Set mit einem 450-Wp-Modul für rund 179 Euro gelistet. Grundlage dieser Einordnung sind das Zendure-Datenblatt, die Händler-Listung und die Messwerte veröffentlichter Tests.
Was das Gerät anders macht
Ein klassischer Aufbau für ein Balkonkraftwerk mit Speicher besteht aus drei Teilen: Module, ein Hub oder Laderegler für den Akku und ein Mikrowechselrichter fürs Hausnetz. Jedes Teil kostet Geld, braucht Platz und eine eigene Verkabelung.
Der SolarFlow 800 fasst die beiden letzten Teile zusammen. Die Module gehen direkt an seine zwei MPPT-Eingänge, der Akku wird über Stapelkontakte angeschlossen, und die 800 W Wechselstrom laufen über ein Schuko-Kabel ins Hausnetz. Der Wechselrichter arbeitet dabei bidirektional: Er speist ein und lädt den Akku, je nachdem, was das eingebaute Energiemanagement gerade vorgibt.
Praktisch heißt das auch: Das Gerät funktioniert ohne Akku als ganz normaler 800-W-Wechselrichter. Ein Speicher lässt sich später ergänzen, ohne dass etwas ausgetauscht werden muss. Für den schrittweisen Aufbau ist das ein entscheidender Unterschied zu All-in-One-Speichern, bei denen Akku und Elektronik fest zusammengehören.
Die Solarseite: zwei Kanäle mit je 600 Watt
Zendure gibt 1.200 W maximale Modulleistung an, verteilt auf zwei MPPT-Kanäle mit je 600 W. Der Eingangsstrom liegt bei 18 A je Kanal, der zulässige Kurzschlussstrom bei 22,5 A, der Spannungsbereich bei 14 bis 55 V.
Diese Werte passen zu den heute üblichen Modulen: Ein 450-Wp-Panel bringt rund 41 V Leerlaufspannung und etwa 13 A Kurzschlussstrom, ein 500-Wp-Modul liegt knapp darüber. Zwei solche Module sind also sauber aufgeteilt, je eines pro Kanal.
Die Grenze von 600 W je Kanal ist zugleich der wichtigste Kritikpunkt am Gerät. Reine Mikrowechselrichter derselben Preisklasse nehmen mittlerweile deutlich mehr an, der Hoymiles HiFlow 800 Pro etwa arbeitet an zwei Eingängen mit höherer Modulleistung. Wer die Module rein auf Ertrag im Winter auslegen und kräftig überbelegen will, stößt beim SolarFlow 800 früher an die Decke.
Regelbeginn ab 14 Volt
Übliche Mikrowechselrichter beginnen bei etwa 18 V zu arbeiten. Der SolarFlow 800 startet ab 14 V, und dieser scheinbar kleine Unterschied wirkt an den Rändern des Tages.
Ein Modul liefert im Morgengrauen und in der Dämmerung zwar kaum Strom, aber seine Spannung steigt schon früh. Liegt die Startschwelle tiefer, regelt das Gerät eher an und sammelt die kleinen Beträge ein, die andernfalls verfallen. Zendure nennt dafür 10 bis 20 Prozent mehr Energie über den Tag, eine Herstellerangabe, die bei trübem Wetter am ehesten erreichbar ist. Wie sich Ertrag über das Jahr verteilt, ordnet der Ratgeber Photovoltaik-Ertrag pro kWp ein.
Zum Wirkungsgrad gehen die Angaben auseinander. Das Händler-Datenblatt nennt 96 Prozent, Zendure selbst bis zu 97,75 Prozent im Zusammenspiel mit dem Akku, und ein veröffentlichter Test kam über verschiedene Lastfälle gemittelt auf rund 92 Prozent bei einem Akku-Wirkungsgrad von 98 Prozent. Alle drei Zahlen liegen im üblichen Rahmen dieser Geräteklasse.
Der Akkuanschluss: bis 11,52 kWh
Am Gerät hängen AB1000, AB2000, AB2000S und AB2000X, also die 48-V-Akkus der SolarFlow-Familie. Bis zu sechs Stück lassen sich stapeln, in Summe 11,52 kWh.
Der Einstieg mit einem AB2000X bringt 1.920 Wh und kostet rund 394 Euro, das sind etwa 0,21 Euro je Wattstunde. Für einen Haushalt mit 300 W Grundlast trägt diese Kapazität gut sechs Abendstunden. Wie viel Speicher sinnvoll ist, rechnet der Ratgeber Balkonkraftwerk-Speicher: wie groß über den eigenen Verbrauch aus.
Eine Einschränkung gehört dazu: Die größeren AB3000-Akkus gehören zur 2400er-Reihe und passen nicht an dieses Gerät. Wer von vornherein mehr als 11,52 kWh plant, schaut sich den SolarFlow 2400 AC+ an.
HEMS und Nulleinspeisung
Das Energiemanagement sitzt im Wechselrichter selbst. Ab Werk gibt er eine feste Grundabgabe ab, die sich in der App anpassen lässt, dazu kommen Zeitpläne für verschiedene Leistungsstufen.
Der große Schritt kommt mit einem Zähler. Unterstützt werden der Zendure Smart Meter 3CT, der Smart Meter D0 sowie Shelly Pro 3EM und Shelly 3EM. Mit ihm regelt das System auf den tatsächlichen Hausverbrauch, statt einen geschätzten Wert einzuspeisen. Was das bringt und wie es funktioniert, erklärt der Ratgeber Nulleinspeisung.
Genau hier liegt ein ehrlicher Kritikpunkt: Der Zähler kostet noch einmal rund 100 Euro und ist für die volle Funktion praktisch Pflicht. Mehrere Testberichte führen das als Schwäche, weil die beworbene Intelligenz erst mit Zubehör vollständig verfügbar ist.
Bidirektional laden: der Akku am Netz
Weil der Wechselrichter in beide Richtungen arbeitet, kann er den Akku auch aus dem Hausnetz laden. Das klingt widersinnig für eine Solaranlage und ergibt bei einem dynamischen Stromtarif Sinn: laden zur günstigen Nachtstunde, abgeben zur teuren Abendspitze.
Für Haushalte mit Börsenpreistarif ist das die interessanteste Funktion des Geräts, weil sie unabhängig von der Sonne arbeitet. Der Ratgeber Batteriespeicher mit dynamischem Stromtarif rechnet durch, ab welcher Preisspreizung sich das trägt. Zu beachten bleibt, dass netzgeladene Energie nicht aus der eigenen Erzeugung stammt und steuerlich wie rechtlich anders liegt als Solarstrom.
Rechtlicher Rahmen: 800 VA und 960 Wp
Zwei Grenzen sind beim Aufbau zu beachten, und sie betreffen unterschiedliche Werte.
Die Einspeiseleistung ist beim Steckersolargerät auf 800 VA gedeckelt, und genau darauf ist das Gerät ausgelegt. Die Modulleistung darf nach Paragraf 8 Absatz 5a EEG bis 2.000 Wp betragen, dort schöpft der SolarFlow 800 mit seinen 1.200 W ohnehin nicht aus.
Entscheidend ist die dritte Zahl: Seit Dezember 2025 koppelt die Produktnorm DIN VDE V 0126-95 die zulässige Modulleistung an die Anschlussart. Bis 960 Wp genügt der Haushaltsstecker, darüber ist eine Energiesteckvorrichtung vorgesehen, also ein Wieland-Anschluss durch einen Fachbetrieb. Wer zwei 600-Wp-Module anschließt, liegt mit 1.200 Wp über dieser Schwelle. Die Wahl zwischen beiden Wegen ordnet der Ratgeber Schuko oder Wieland ein.
Was fehlt
Der Wechselrichter hat keine Steckdose und keinen USB-Anschluss. Bei einem Stromausfall schaltet er wie jedes netzgekoppelte Gerät ab, und der volle Akku bleibt ungenutzt. Wer das ändern will, braucht zusätzlich das Zendure Ace 1500, das auf denselben Akku passt und zwei Schuko-Steckdosen mit Notstromfunktion mitbringt.
Aus den Testberichten kommen zwei weitere Punkte. Die Einrichtung über WLAN braucht mehrere Anläufe, und das Kabel zwischen Wechselrichter und Akku ist kurz geraten, was den Aufstellort einschränkt. Die Fachpresse bewertet das Gerät insgesamt trotzdem gut: PC-WELT vergab im April 2025 4,5 von 5 Sternen mit Empfehlung der Redaktion, c’t, ComputerBase und GIGA berichteten im Frühjahr 2025 ebenfalls positiv über Regelverhalten und App.
Für wen sich der SolarFlow 800 lohnt
Passend ist er für alle, die ein Balkonkraftwerk mit zwei Modulen aufbauen und sich die Option auf einen Speicher offenhalten wollen, ohne dafür später ein zweites Gerät zu kaufen. Auch für bestehende SolarFlow-Betreiber ist er interessant, weil vorhandene AB-Akkus weiterverwendet werden.
Weniger passend ist er für stark überbelegte Anlagen, denn bei 1.200 W Modulleistung endet die Solarseite. Wer ohne Speicherpläne startet, bekommt für denselben Preis reine Mikrowechselrichter mit mehr Reserve auf der DC-Seite, etwa den APsystems EZ1-M.
Alternativen im Vergleich
| Gerät | Max. PV | Akku direkt | Besonderheit | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Zendure SolarFlow 800 | 1.200 W, 2 MPPT | ja, AB-Serie bis 11,52 kWh | bidirektional, HEMS an Bord | ca. 179 € im Set mit Modul |
| EcoFlow STREAM Mikrowechselrichter | 1.200 W, 2 MPPT | nur AC-gekoppelt | Systemgerät der STREAM-Reihe | ca. 99 € |
| APsystems EZ1-M 800W | 2 × 20 A Eingangsstrom | nein | größte Stromreserve der Klasse | ca. 118 € |
| Zendure SolarFlow 800 Plus | 1.500 W, 2 MPPT | Akku fest verbaut, 1,92 kWh | All-in-One statt Baukasten | ca. 449 € |
Fazit
Der Zendure SolarFlow 800 ist der günstigste Weg in ein Balkonkraftwerk, das später ein Speicher werden darf. Er arbeitet als vollwertiger 800-W-Mikrowechselrichter, nimmt bei Bedarf bis zu sechs AB-Akkus auf und regelt dank Startspannung ab 14 V früher an als die meisten Geräte seiner Klasse. IP67 und ein Temperaturfenster von −20 bis +60 °C erlauben die Montage direkt am Modul.
Zwei Dinge gehören in die Rechnung. Für Nulleinspeisung kommt ein Smart Meter mit rund 100 Euro dazu, und die Solarseite endet bei 1.200 W Modulleistung. Wer mit zwei Modulen plant und den Speicher als nächsten Schritt im Blick hat, bekommt dafür ein Gerät, das drei Aufgaben in einem Gehäuse erledigt.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Der Akku wird direkt angesteckt, ein separater Hub oder ein zweiter Wechselrichter entfällt
- Bidirektionaler Betrieb: dasselbe Gerät speist ins Hausnetz ein und lädt den Akku bei Bedarf aus dem Netz
- Der Regelbeginn ab 14 V holt an trüben Morgen und späten Abenden Ertrag, den 18-V-Geräte liegen lassen
- IP67 und ein Temperaturbereich von −20 bis +60 °C erlauben die Montage direkt am Modul im Freien
- Das HEMS sitzt im Gerät, für Zeitpläne und feste Abgabewerte braucht es keine weitere Hardware
- Die Fachpresse bewertet den Wechselrichter gut, PC-WELT vergab im April 2025 4,5 von 5 Sternen mit Empfehlung der Redaktion
Das spricht dagegen
- Mit 600 W je MPPT und 1.200 W insgesamt bleibt die Modulleistung unter dem, was reine Mikrowechselrichter derselben Preisklasse annehmen
- Nulleinspeisung gibt es erst mit einem separaten Smart Meter, das noch einmal rund 100 Euro kostet
- Das Gerät selbst hat keine Steckdose und keinen USB-Anschluss, bei Netzausfall bleibt der Akkuinhalt ungenutzt
- Die Einrichtung über WLAN braucht laut Testberichten mehrere Anläufe
- Das Verbindungskabel zum Akku ist kurz, es begrenzt den Abstand zwischen Wechselrichter und Speicher
- Bei Amazon ist der Wechselrichter derzeit nur im Set mit Modulen gelistet, einzeln führen ihn andere Händler
Häufige Fragen
Was unterscheidet den Zendure SolarFlow 800 von einem normalen Mikrowechselrichter?
Ein normaler Mikrowechselrichter wandelt Solarstrom und speist ihn ins Hausnetz, damit endet seine Aufgabe. Der SolarFlow 800 arbeitet bidirektional und trägt einen Akkuanschluss: Überschuss wandert in einen AB-Akku statt ins Netz, und abends kommt er von dort zurück. Zusätzlich sitzt ein Energiemanagement im Gerät, das Abgabe und Ladung nach Zeitplan oder Zählerwert steuert.
Wie viel Modulleistung verträgt der SolarFlow 800?
Zwei MPPT-Kanäle nehmen je 600 W an, zusammen also 1.200 W. Der Spannungsbereich liegt bei 14 bis 55 V, der Eingangsstrom bei 18 A je Kanal und der zulässige Kurzschlussstrom bei 22,5 A. Damit passen zwei übliche Module mit 450 bis 600 Wp an das Gerät.
Brauche ich für den SolarFlow 800 einen Akku?
Nein. Ohne Akku arbeitet er als gewöhnlicher 800-W-Mikrowechselrichter und speist den Solarstrom direkt ein. Der Akku lässt sich später ergänzen, was das Gerät für einen Einstieg in Etappen interessant macht: erst Module und Wechselrichter, im nächsten Schritt der Speicher.
Welche Akkus passen an den SolarFlow 800?
Zendure nennt die AB-Serie, also AB1000, AB2000, AB2000S und AB2000X. Bis zu sechs Akkus lassen sich stapeln, das ergibt maximal 11,52 kWh. Die AB3000-Akkus gehören dagegen zur 2400er-Reihe und sind für dieses Gerät nicht vorgesehen.
Schafft der SolarFlow 800 Nulleinspeisung?
Mit einem passenden Zähler ja. Unterstützt werden der Zendure Smart Meter 3CT, der Smart Meter D0 sowie Shelly Pro 3EM und Shelly 3EM. Ohne Zähler gibt das Gerät nach festem Wert oder Zeitplan ab, was einen Teil des Überschusses ungenutzt ins Netz schickt.
Was bringt die Startspannung von 14 Volt?
Übliche Mikrowechselrichter beginnen erst bei etwa 18 V zu regeln. Ein Modul erreicht diese Spannung an trüben Morgen später und verliert sie abends früher. Zendure gibt an, dass sich durch den früheren Start über den Tag 10 bis 20 Prozent mehr Energie einsammeln lassen. Der Gewinn fällt an schwachen Tagen am größten aus.
Darf ich den SolarFlow 800 an der Schuko-Steckdose betreiben?
Bis 960 Wp Modulleistung erlaubt die seit Dezember 2025 gültige Produktnorm DIN VDE V 0126-95 den Haushaltsstecker. Wer die vollen 1.200 W Modulleistung ausnutzt, liegt darüber und braucht eine Energiesteckvorrichtung, also einen Wieland-Anschluss samt Elektrofachbetrieb. Die Einspeiseleistung bleibt in beiden Fällen bei 800 VA gedeckelt.
Wie laut und wie wetterfest ist das Gerät?
Der Wechselrichter arbeitet ohne Lüfter und ist mit IP67 gegen Staub und zeitweiliges Untertauchen geschützt. Der zulässige Temperaturbereich reicht von −20 bis +60 °C. Damit darf er dauerhaft im Freien montiert werden, etwa direkt hinter dem Modul am Balkongeländer.
Liefert der SolarFlow 800 bei einem Stromausfall weiter Strom?
Nein. Wie jeder netzgekoppelte Wechselrichter schaltet er bei Netzausfall ab, und eine Steckdose besitzt er nicht. Wer den Akkuinhalt auch ohne Netz nutzen will, braucht zusätzlich ein Off-Grid-Modul wie das Zendure Ace 1500, das auf denselben Akku passt.
Was kostet der SolarFlow 800?
Die Preisempfehlung von Zendure liegt bei 249 Euro für den Wechselrichter allein, der Straßenpreis ist inzwischen deutlich niedriger. Bei Amazon führt ein Händler ihn als Set: rund 179 Euro mit einem 450-Wp-Modul und rund 279 Euro mit zwei Modulen. Akku und Smart Meter kommen in beiden Fällen separat dazu.