Balkonkraftwerk-Speicher · Growatt

Growatt NEXA 2000 (All-in-One-Balkonkraftwerkspeicher)

  • 2.048 Wh mit eingebautem 800-W-Wechselrichter, ein separates Gerät entfällt
  • Vier unabhängige MPPT-Eingänge mit je bis zu 650 W
  • Notstromanschluss mit 800 W für den Fall des Netzausfalls
  • IP66 und Kaltstart bis −20 °C, dauerhaft im Freien einsetzbar
  • Erweiterbar auf 8.192 Wh über gestapelte Zusatzmodule

Preise: Stand 05.10.2026, Amazon 04:10 Uhr, inkl. MwSt., ohne Gewähr

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Rezension der solarkasten.de-Redaktion · Veröffentlicht am 4. September 2026

Growatt NEXA 2000

Technische Daten

Speicherkapazität 2.048 Wh (2,048 kWh)
Zellchemie LiFePO4
Erweiterbar auf bis 8.192 Wh (gestapelte Module)
Eigener Wechselrichter ja, integriert
AC-Ausgangsleistung 800 W, per App-Funktion Power+ bis 1.000 W
Notstromleistung 800 W über separaten Anschluss
MPPT-Kanäle 4, unabhängig geregelt
Max. PV-Eingang je Kanal 650 W
Max. Solareingang gesamt 2.600 W
Max. Eingangsstrom je String 20 A
Wechselrichter-Technik Galliumnitrid (GaN), dritte Generation
Betriebsmodi Eigenverbrauch, TOU-Optimierung, Notstrom
Steuerung Growatt-App, Cloud-Konto erforderlich
Schutzart IP66
Betriebstemperatur −20 bis +55 °C, Kaltstart per Heizfunktion
Maße (B × T × H) 406 × 255 × 290 mm
Gewicht 24,0 kg
Garantie 10 Jahre
Preis rund 469 €

Speicher und Wechselrichter in einem Gehäuse, dazu vier getrennte Solareingänge: Der Growatt NEXA 2000 ist die All-in-One-Antwort auf den eigenen Vorgänger NOAH 2000, der beides noch getrennt hielt. Grundlage dieser Einordnung sind die Herstellerangaben von Growatt, die Händler-Listung und die Bewertung von home&smart.

Der Unterschied zum NOAH 2000 in einer Rechnung

Der Growatt NOAH 2000 ist ein reiner Gleichstromspeicher. Die Module gehen hinein, der gespeicherte Strom geht wieder als Gleichstrom hinaus, und erst ein separater Mikrowechselrichter macht daraus die 230 Volt für die Steckdose.

Der NEXA 2000 nimmt dieses Gerät ins Gehäuse auf. Was das kostet und bringt, lässt sich direkt gegenrechnen:

Growatt NOAH 2000Growatt NEXA 2000
Kapazität2.048 Wh2.048 Wh
Wechselrichterseparat nötigeingebaut
MPPT-Eingänge24
Max. Solareingang1.800 W2.600 W
Notstromnein800 W
Gerätepreisca. 388 €ca. 469 €
Zusatzkostenca. 100–150 € Wechselrichterkeine
Summeca. 488–538 €ca. 469 €

Der NEXA ist im Gesamtpaket also günstiger und bringt zusätzlich zwei weitere MPPT-Kanäle und den Notstromanschluss mit. Für einen Neuaufbau spricht damit wenig für den NOAH. Dessen Berechtigung liegt beim Ausbau einer bestehenden Anlage, bei der ein Wechselrichter wie der Hoymiles HMS-800W-2T schon montiert ist.

Vier MPPT-Eingänge: der stärkste Punkt am Gerät

Ein MPPT-Regler sucht laufend den Arbeitspunkt, an dem ein Modulstrang die meiste Leistung abgibt. Hängen zwei Module am selben Regler, kann er nur einen gemeinsamen Punkt einstellen, und der richtet sich am schwächeren Modul aus.

Genau hier liegt der praktische Gewinn von vier unabhängigen Reglern mit je bis zu 650 Watt. Drei Fälle profitieren davon deutlich:

Ost-West-Aufteilung. Zwei Module nach Osten, zwei nach Westen liefern morgens und abends stark, mittags schwach. Mit gemeinsamen Reglern würde die jeweils schwächere Seite die stärkere ausbremsen, mit vier Reglern läuft jede Ausrichtung für sich.

Teilverschattung. Ein Schornstein, ein Baum oder ein Nachbarbalkon wandert im Tagesverlauf über die Anlage. Der verschattete Strang arbeitet dann mit eigenem Arbeitspunkt weiter, statt die übrigen mit herunterzuziehen. Wie stark Verschattung insgesamt wirkt, ordnet der Ratgeber Balkonkraftwerk im Schatten ein.

Unterschiedliche Module. Wer später ein Modul ergänzt und dabei nicht dasselbe Fabrikat bekommt, hängt es an einen eigenen Regler, ohne den Rest der Anlage zu beeinträchtigen.

Growatt setzt beim Wechselrichter auf Galliumnitrid der dritten Generation. Dieses Halbleitermaterial schaltet schneller und mit geringeren Verlusten als klassisches Silizium, was kleinere Bauformen bei gleicher Leistung erlaubt. Für den Nutzer zeigt sich das vor allem in der kompakten Bauhöhe des Geräts.

Die 2.600 Watt lassen sich rechtlich nicht ausschöpfen

Der Solareingang nimmt technisch 2.600 Watt an. Rechtlich ist das in Deutschland nicht darstellbar, und dieser Widerspruch gehört vor den Kauf gerechnet.

Seit Ende 2025 gilt mit DIN VDE V 0126-95 die erste Produktnorm für komplette Steckersolargeräte. Sie koppelt die zulässige Modulleistung an die Anschlussart: bis 960 Wp am Haushaltsstecker, darüber ist eine Wieland-Steckvorrichtung vorgesehen, und bis 2.000 Wp, wenn eine Energiesteckvorrichtung von einer Elektrofachkraft installiert wurde. Die Wechselrichter-Scheinleistung bleibt in allen Fällen bei 800 VA.

Für die Planung heißt das: Vier Module mit je 450 bis 500 Wp ergeben 1.800 bis 2.000 Wp und schöpfen den rechtlichen Rahmen aus. Die vierte MPPT-Spur ist also sinnvoll nutzbar, nur eben nicht mit vier 650-Wp-Modulen. Welche Grenze warum gilt, behandelt der Ratgeber Wie viel Strom darf ein Balkonkraftwerk erzeugen ausführlich, und die Frage der Anschlussart Schuko oder Wieland hängt direkt daran.

Power+: die 1.000-Watt-Option und die Anmeldung

Im Datenblatt nennt Growatt 800 W Nennleistung am Netzanschluss. Dieselbe Produktbroschüre bewirbt aber auch die Funktion Power+, die die Ausgangsleistung von 800 auf 1.000 W anhebt, und die App-Anleitung beschreibt sie als Schalter, der die maximale Einspeisung auf 1.000 W setzt. Deutsche Händler beschreiben den Weg in der App über Power, Function und die AC-Einspeisung, geschützt durch ein Passwort aus „growatt” und dem Tagesdatum. Sie weisen zugleich darauf hin, dass die 1.000 W für Steckersolar in Deutschland derzeit nicht zulässig sind. Der Notstromausgang bleibt in jedem Fall bei 800 W.

Für die Anmeldung ist das kein Detail. Den vereinfachten Weg gibt es nur bis 800 VA Wechselrichterleistung, und nach strenger Lesart zählt die höchste einstellbare Leistung, auch wenn das Gerät gerade auf 800 W steht. Dieselbe Frage stellt sich bei Geräten, die sich per App auf 1.200 oder 2.500 W schalten lassen. Growatt äußert sich dazu nicht ausdrücklich. Wer auf der sicheren Seite bleiben will, lässt Power+ aus und klärt vor dem Kauf mit dem Netzbetreiber, wie er das Gerät einstuft.

Dazu kommt der Speicher. Nach der VDE-AR-N 4105 in der Fassung vom März 2026 fällt ein Balkonkraftwerk mit Speicher aus der reinen Steckersolar-Regel heraus. Es wird mit dem vereinfachten Formular F.1.2 beim Netzbetreiber gemeldet, Anlage und Speicher kommen zusätzlich ins Marktstammdatenregister. Ein Elektriker ist für das Formular nicht nötig. Die Fristen für den Registereintrag stehen im Ratgeber Balkonkraftwerk anmelden: Fristen.

Für wen sich der NEXA 2000 lohnt

Passend ist das Gerät für einen kompletten Neuaufbau mit vier Modulen, für Balkone und Dächer mit Ost-West-Aufteilung oder Teilverschattung und für alle, denen ein Notstromanschluss für die Grundversorgung wichtig ist. Wer Power+ ausgeschaltet lässt, bleibt bei den 800 W, für die das Gerät ausgelegt ist.

Weniger passend ist er für den Ausbau einer bestehenden Anlage mit vorhandenem Wechselrichter, denn dort zahlt man dessen Funktion doppelt. Und für alle, die Wert auf lokale Steuerung ohne Herstellercloud legen, ist die Software-Seite ein echter Nachteil.

Alternativen im Vergleich

ModellKapazitätWechselrichterMPPTSolareingangNotstromPreis
Growatt NEXA 20002.048 Whintegriert, 800 W42.600 W800 Wca. 469 €
Growatt NOAH 20002.048 Whseparat nötig21.800 Wneinca. 388 €
Zendure SolarFlow 800 Plus1.920 Whintegriert, 800 W21.500 Wneinca. 449 €
Marstek Jupiter C Plus2.240 Whintegriert, 800 W21.200 WneinMittelklasse

Fazit

Der Growatt NEXA 2000 macht beim eigenen Vorgänger genau das richtig, was dort fehlte: Der Wechselrichter ist drin, es gibt vier statt zwei MPPT-Eingänge und einen Notstromanschluss, und im Gesamtpaket kostet das weniger als NOAH 2000 plus Mikrowechselrichter. Für einen Neuaufbau mit vier Modulen, gerade bei Ost-West-Ausrichtung, ist das eine der stimmigsten Kombinationen unter 500 Euro.

Zwei Punkte relativieren das Bild. Der Notstromausgang bleibt bei 800 Watt und trägt damit die Grundversorgung, aber kein Kochen und kein Heizen. Und die Pflicht zum Cloud-Konto ist für alle ein Ärgernis, die ihre Anlage lokal steuern wollen. Wer damit leben kann, bekommt für rund 469 Euro einen Speicher, der beim Sonnenlicht mehr herausholt als die meisten Zwei-Kanal-Geräte seiner Klasse.

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Wechselrichter ist eingebaut: gegenüber dem NOAH 2000 entfallen ein Zusatzgerät, eine Verkabelung und rund 100 bis 150 Euro
  • Vier unabhängige MPPT-Regler holen bei Ost-West-Ausrichtung oder Teilverschattung deutlich mehr heraus als zwei
  • Notstromanschluss mit 800 W hält Kühlschrank, Router und Licht bei Netzausfall am Laufen
  • IP66 übertrifft die bei Speichern übliche IP65-Einstufung und deckt Strahlwasser aus stärkeren Düsen ab
  • Rund 0,23 Euro je Wattstunde inklusive Wechselrichter sind ein sehr guter Kurs

Das spricht dagegen

  • Per App-Funktion Power+ lässt sich die Einspeisung auf 1.000 W anheben: nach strenger Lesart fällt das Gerät damit aus dem vereinfachten Anschluss bis 800 VA
  • Der Notstromausgang liefert ebenfalls nur 800 W, für Wasserkocher, Herd oder Heizlüfter reicht das nicht
  • Die App verlangt ein Cloud-Konto, ein rein lokaler Betrieb ist nicht vorgesehen
  • 2.600 W Solareingang lassen sich rechtlich nicht ausschöpfen: die Produktnorm DIN VDE V 0126-95 begrenzt Steckersolargeräte auf 2.000 Wp Modulleistung
  • home&smart bewertet das Gerät mit 71 von 100 Punkten und damit unter dem Vorgänger NOAH 2000 mit 88 Punkten
  • 24 Kilogramm für das Grundgerät: die Wandmontage am Balkongeländer ist damit kein Ein-Personen-Projekt

Bewertung im Detail

Preis-Leistung 4,5
Solar-Eingänge 5,0
Ausstattung & Notstrom 4,0
Wetterfestigkeit 4,5
Software & Bedienung 3,0

Gesamtwertung: 4,2 / 5

Häufige Fragen

Brauche ich für den Growatt NEXA 2000 noch einen Wechselrichter?

Nein, und das ist der Hauptunterschied zum NOAH 2000. Der Wechselrichter sitzt im Gerät, die Solarmodule werden direkt angeschlossen und der Ausgang geht per Kabel in die Steckdose. Beim NOAH 2000 muss ein Mikrowechselrichter separat gekauft und dazwischengesetzt werden.

Wie viele Solarmodule kann ich anschließen?

Das Gerät hat vier unabhängige MPPT-Eingänge mit je bis zu 650 Watt, technisch also 2.600 Watt gesamt. Rechtlich begrenzt die Produktnorm DIN VDE V 0126-95 ein Steckersolargerät auf 960 Wp am Schuko-Stecker und auf 2.000 Wp mit einer vom Elektriker installierten Energiesteckvorrichtung. Vier Module mit je 450 bis 500 Wp sind damit der sinnvolle Ausbau.

Was bringen vier MPPT-Eingänge gegenüber zwei?

Jeder MPPT-Regler sucht für seinen Strang den optimalen Arbeitspunkt. Hängen zwei unterschiedlich ausgerichtete oder verschattete Module am selben Regler, richtet er sich nach dem schwächeren. Mit vier eigenen Reglern arbeitet jedes Modul unabhängig, was bei Ost-West-Aufteilung oder teilweiser Verschattung im Tagesverlauf spürbar mehr Ertrag bringt.

Liefert der NEXA 2000 bei Stromausfall Strom?

Ja, über einen separaten Notstromanschluss mit 800 Watt. Kühlschrank, Router, Beleuchtung und Ladegeräte laufen daran weiter. Bei 2.048 Wattstunden Kapazität und einem Kühlschrank plus Kommunikation trägt das rund zwei Tage. Wasserkocher, Herdplatte und Heizlüfter liegen über den 800 Watt und funktionieren nicht.

Muss der NEXA 2000 angemeldet werden?

Ja, und zwar doppelt. Weil der NEXA 2000 einen Speicher enthält, gilt er nach der VDE-AR-N 4105 in der Fassung vom März 2026 nicht mehr als reines Steckersolargerät: Er wird mit dem vereinfachten Formular F.1.2 beim Netzbetreiber gemeldet, Anlage und Speicher kommen zusätzlich ins Marktstammdatenregister. Das vereinfachte Formular gilt bis 800 VA. Weil sich die Einspeisung per App-Funktion Power+ auf 1.000 W anheben lässt, kann ein Netzbetreiber das Gerät nach strenger Lesart als größere Anlage einstufen. Sicher ist, die Frage vor dem Kauf mit dem Netzbetreiber zu klären und Power+ ausgeschaltet zu lassen.

Was unterscheidet den NEXA 2000 vom NOAH 2000?

Beide haben 2.048 Wattstunden LiFePO4-Kapazität. Der NEXA hat den Wechselrichter eingebaut, vier statt zwei MPPT-Eingänge, 2.600 statt 1.800 Watt Solareingang und einen Notstromanschluss. Der NOAH ist ein reiner Gleichstromspeicher und braucht einen separaten Mikrowechselrichter, ist dafür im Anschaffungspreis günstiger.

Darf der Speicher draußen stehen?

Ja. Die Schutzart IP66 bedeutet staubdicht und geschützt gegen starkes Strahlwasser, das deckt Regen und Reinigung mit dem Gartenschlauch ab. Eine Heizfunktion erlaubt den Kaltstart bis −20 °C. Ein Platz ohne pralle Mittagssonne und ohne stehendes Wasser schont die Zellen trotzdem.

Wie weit lässt sich die Kapazität erweitern?

Growatt nennt 8.192 Wattstunden als Endausbau, erreicht über gestapelte Zusatzmodule mit je 2.048 Wattstunden. Ob sich das lohnt, hängt am Abendverbrauch: Bleibt der Grundspeicher regelmäßig halb gefüllt, bringt zusätzliche Kapazität keinen Ertrag.

Wie gut ist der NEXA 2000 in Tests abgeschnitten?

home&smart vergibt 71 von 100 Punkten und liegt damit unter der Bewertung des NOAH 2000 mit 88 Punkten. Kritisiert werden vor allem der auf 800 Watt begrenzte Notstromausgang und die umständliche Einrichtung der App mit Pflicht-Cloud-Konto. Die Hardware selbst, besonders die vier MPPT-Eingänge, wird positiv gesehen.

Was kostet der Growatt NEXA 2000?

Der Amazon-Preis liegt bei rund 469 Euro. Auf 2.048 Wattstunden gerechnet sind das etwa 0,23 Euro je Wattstunde, und darin steckt der Wechselrichter bereits drin. Zum Vergleich: Der NOAH 2000 kostet rund 388 Euro, benötigt aber zusätzlich einen Mikrowechselrichter für etwa 100 bis 150 Euro.

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