Technische Daten
| Modellbezeichnung | Zendure Smart Meter D0 (Intelligenter D0-Zähler) |
|---|---|
| Messprinzip | Auslesen der optischen D0-Schnittstelle des Stromzählers |
| Protokolle | SML und IEC 62056-21 laut Zendure |
| Bauteile | Lesekopf am Zähler plus Bridge für die Steckdose |
| Verbindung Lesekopf zu Bridge | Funk im Bereich 803 bis 930 MHz (Händlerdatenblatt) |
| Verbindung Bridge | WLAN 802.11 b/g/n (2,4 GHz), Bluetooth 5.0 |
| Stromversorgung Lesekopf | 2 × AA (3 V) oder USB-C (5 V) |
| Aktualisierung | 1 Sekunde mit USB-C, 10 Sekunden mit Batterien |
| Batterielaufzeit | bis zu 1 Jahr laut Amazon-Listung |
| Reaktionszeit | unter 3 Sekunden (Händlerdatenblatt) |
| Auflösung | 1 W |
| Leistungsaufnahme | max. 1 W Lesekopf, max. 3 W Bridge |
| Maße Lesekopf | 37 × 98,5 × 26 mm |
| Maße Bridge | 42,9 × 42,9 × 71,5 mm |
| Betriebstemperatur | -20 bis +50 °C |
| Montage | magnetisch auf der Zählerschnittstelle |
| Lieferumfang | Lesekopf und Bridge; Batterien laut Zendure nicht enthalten |
| Kompatible Zendure-Geräte laut Hersteller | SolarFlow 800, SolarFlow 800 Pro, SolarFlow 2400 AC, Hyper 2000, AIO 2400, Hub 1200, Hub 2000 |
| Kompatible Stromzähler | Liste mit 35 Modellen, keine Garantie für jeden Zähler |
| Smart Home | Home Assistant laut Hersteller |
| Preis | rund 64 € bei Amazon, 99 € im Zendure-Shop |
Ein Speicher am Balkonkraftwerk regelt nur so gut, wie er den Hausverbrauch kennt. Der Zendure Smart Meter D0 holt sich diesen Wert direkt vom Stromzähler, über dessen optische Schnittstelle und ohne einen Handgriff im Zählerschrank. Grundlage dieser Einordnung sind die Amazon-Listung, die Zendure-Produktseite, das Datenblatt eines Fachhändlers und die Angaben zur Zählerschnittstelle.
Was der D0 im SolarFlow-System macht
Ein SolarFlow-Speicher ohne Zähler gibt ab, was ihm vorgegeben wird: einen festen Wert oder einen Zeitplan. Der D0 liefert ihm stattdessen den aktuellen Bezug oder die Einspeisung am Hausanschluss. Der Speicher passt seine Abgabe daraufhin laufend an, im Idealfall so, dass am Zähler weder Bezug noch Einspeisung steht. Diese Regelung heißt Nulleinspeisung, die Grundlagen erklärt der Ratgeber Nulleinspeisung: was ist das.
Der D0 hat dabei einen Vorteil, den Stromwandler-Lösungen erst errechnen müssen: Er liest den Wert, den der Zähler selbst ermittelt, und der ist über alle Phasen saldiert. Das ist exakt die Größe, nach der abgerechnet wird. Speist eine Phase ein, während eine andere bezieht, gleicht der Zähler das aus, und der Speicher sieht die Summe.
Zwei Bauteile: Lesekopf und Bridge
Laut Datenblatt eines Fachhändlers besteht das Set aus zwei Teilen. Der Lesekopf sitzt magnetisch auf der Infrarot-Schnittstelle des Zählers und funkt im Bereich von 803 bis 930 Megahertz. Die Bridge steckt in einer Steckdose in der Wohnung, empfängt die Daten und gibt sie per WLAN oder Bluetooth an den Speicher weiter.
Diese Aufteilung löst ein typisches Problem. Zählerschränke sitzen oft im Keller oder im Treppenhaus, hinter Beton und Metall, wo WLAN kaum ankommt. Der Frequenzbereich um 868 Megahertz durchdringt Wände deutlich besser. Die Bridge braucht dann nur noch ein WLAN mit 2,4 Gigahertz in ihrer Nähe. Zendure selbst verspricht eine stabile Übertragung aus Keller und Garage.
Die Bridge zieht höchstens 3 Watt, der Lesekopf höchstens 1 Watt. Bei Dauerbetrieb sind das im ungünstigsten Fall rund 35 Kilowattstunden im Jahr, realistisch deutlich weniger.
Batterie oder USB-C: der Takt entscheidet
Der Lesekopf läuft mit zwei AA-Batterien oder über USB-C. Die Wahl ist wichtiger, als sie aussieht: Mit USB-C liefert er jede Sekunde einen Messwert, mit Batterien nur alle zehn Sekunden. Zendure empfiehlt für den Betrieb ausdrücklich die USB-C-Versorgung.
Eine Beispielrechnung zeigt den Unterschied. Schaltet ein Wasserkocher ab, während der Speicher 800 Watt liefert, speist er im Batteriemodus bis zum nächsten Wert noch bis zu zehn Sekunden weiter, das sind gut 2 Wattstunden. Bei 30 solcher Lastwechsel am Tag kommen rund 24 Kilowattstunden im Jahr zusammen, die unvergütet ins Netz gehen. Mit USB-C schrumpft der Wert auf ein Zehntel.
Der Haken: In vielen Zählerschränken fehlt eine Steckdose. Dann bleibt der Batteriebetrieb, laut Amazon-Listung mit bis zu einem Jahr Laufzeit. Bei den Batterien widerspricht sich die Listung übrigens selbst, einmal liegen sie bei, einmal nicht. Zendure und der Fachhandel geben an, dass sie nicht im Lieferumfang sind, das USB-Kabel laut Händlerdatenblatt ebenso wenig.
Voraussetzung am Zähler: Schnittstelle und PIN
Der D0 funktioniert nur mit einer modernen Messeinrichtung, die eine optische Datenschnittstelle hat. Die meisten dieser Zähler geben ohne Freischaltung nur den Zählerstand aus. Die Momentanleistung, die der Speicher für die Regelung braucht, erscheint erst nach Eingabe einer vierstelligen PIN. Die PIN fordert man beim Messstellenbetreiber unter Angabe der Zählernummer an.
Zendure führt eine Liste mit 35 Zählermodellen, darunter Geräte von EMH, eBZ, DZG, Easymeter, Iskra, Landis+Gyr und Apator. Eine vollständige Garantie gibt der Hersteller nicht, weil sich Zähler je nach Anbieter unterscheiden. Wichtig ist, dass der Zähler die Leistung mit Richtung ausgibt, also Bezug und Einspeisung unterscheidet. Ein Blick auf die Liste vor dem Kauf spart die Rücksendung.
Nulleinspeisung einrichten: der Ablauf
Die Einrichtung folgt fünf Schritten:
- Zähler prüfen: Typenschild ablesen und mit der Zendure-Liste abgleichen.
- PIN anfordern und eingeben: Die PIN gibst du per Taschenlampe über den Lichtsensor am Zähler ein. Viele Zähler haben zusätzlich eine erweiterte Datenausgabe, die du im selben Menü einschaltest.
- Lesekopf aufsetzen: Magnetisch auf die Schnittstelle, Stromversorgung möglichst per USB-C.
- Bridge verbinden: In eine Steckdose in Routernähe stecken und in der Zendure-App mit dem 2,4-GHz-WLAN koppeln.
- Speicher umstellen: In der App den Betriebsmodus mit Zählerregelung wählen, der Speicher regelt ab dann auf den Zählerwert.
Kein Schritt verlangt eine Elektrofachkraft, das ist der entscheidende Vorteil gegenüber dem Zendure Smart Meter 3CT, dessen Stromwandler im Verteiler sitzen. In Mietwohnungen, wo der Zählerschrank tabu ist, ist der D0 damit der einfachste Weg. Welche Zählerlösungen es insgesamt gibt, zeigt der Ratgeber Balkonkraftwerk-Speicher mit Smart Meter.
Kompatibilität: die kurze Liste
Zendure nennt als kompatible Geräte den SolarFlow 800, den SolarFlow 800 Pro, den SolarFlow 2400 AC, den Hyper 2000, den AIO 2400 und die Hubs 1200 und 2000. Das ist die größte Schwäche des Geräts. Mehrere aktuelle Modelle fehlen, darunter der SolarFlow 800 Plus, der 1600 AC+, der 2400 AC+ und der 2400 Pro. Ob die Firmware diese Geräte inzwischen unterstützt, geht aus den Produktangaben nicht hervor.
Ein zweiter Punkt betrifft die älteren Geräte. Bei Hub, AIO und Hyper läuft die Kommunikation laut Zendure nur über die Cloud. Fällt das Internet aus, fehlt diesen Speichern der Zählerwert. Die neueren SolarFlow-Geräte arbeiten dagegen lokal mit dem Zähler zusammen.
Home Assistant und eigene Auswertungen
Zendure nennt Home Assistant als unterstützte Plattform und verzichtet auf Abogebühren. Wie tief die Anbindung reicht, beschreibt die Produktseite nicht. Wer seine Regelung komplett selbst in die Hand nehmen will, findet den Weg im Ratgeber Nulleinspeisung mit Home Assistant. Dort arbeiten auch günstige herstellerunabhängige Leseköpfe.
Was der D0 kostet und was er einbringt
Bei Amazon kostet der D0 rund 64 Euro, im Zendure-Shop 99 Euro. Der 3CT liegt bei rund 97 Euro, dazu kommt der Termin mit der Elektrofachkraft.
Der Nutzen hängt am Speicher. Gibt ein Akku abends pauschal 300 Watt ab, während im Haus 150 Watt laufen, gehen über zehn Stunden 1,5 Kilowattstunden verloren. Rettet die Regelung davon auch nur die Hälfte, sind das bei 36 Cent je Kilowattstunde rund 98 Euro im Jahr. Der D0 ist damit in der ersten Saison bezahlt. Wie groß der Speicher dafür sein sollte, rechnet der Ratgeber Balkonkraftwerk-Speicher: wie groß vor.
Für wen sich der D0 lohnt
Passend ist er für Besitzer eines kompatiblen Zendure-Speichers mit moderner Messeinrichtung, die nicht an den Verteiler wollen oder dürfen. Mieter profitieren am meisten, und mit einer Steckdose am Zähler ist die Regelung so flink wie bei einem fest verbauten Zähler.
Weniger passend ist er für Besitzer der neueren Zendure-Modelle, solange die Kompatibilität nicht geklärt ist, und für alle mit einem älteren Ferraris-Zähler ohne Schnittstelle. Wer das Speichersystem noch nicht festgelegt hat, fährt mit einem herstellerübergreifenden Zähler besser.
Alternativen im Vergleich
| Zähler | Messweg | Elektriker nötig | Systeme | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Zendure Smart Meter D0 | optischer Lesekopf plus Bridge | nein | nur Zendure | ca. 64 € |
| Zendure Smart Meter 3CT | 3 Stromwandler, 120 A | ja | nur Zendure | ca. 97 € |
| everHome EcoTracker IR | optischer Lesekopf | nein | mehrere Hersteller, darunter Zendure | ca. 70 bis 82 € |
| Jackery D0 Smart Meter | optischer Lesekopf | nein | Jackery SolarVault 3 | ca. 49 € |
Fazit
Der Zendure Smart Meter D0 macht die Nulleinspeisung so einfach wie möglich: aufstecken, PIN eingeben, in der App koppeln. Die Bridge löst das Funkproblem im Keller, und mit USB-C-Versorgung kommt jede Sekunde ein Messwert. Bei Amazon ist er für rund 64 Euro die günstigste Zählerlösung für ein Zendure-System, und ohne Elektrikertermin bleibt es auch dabei.
Vor dem Kauf gehören zwei Fragen geklärt. Steht dein Speicher auf Zendures Kompatibilitätsliste, und steht dein Zähler auf der Zählerliste? Ist beides mit ja beantwortet und liegt eine Steckdose in Zählernähe, bekommst du hier die bequemste Nulleinspeisung im Zendure-Kosmos. Fehlt die Steckdose, funktioniert der D0 trotzdem, regelt im Zehn-Sekunden-Takt aber spürbar träger.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Kein Eingriff in den Zählerschrank und keine Elektrofachkraft nötig, der Lesekopf hält magnetisch
- Der Zähler liefert den saldierten Wert über alle Phasen, also genau die Größe, nach der abgerechnet wird
- Die Bridge in der Wohnung löst das Funkproblem im Keller, der Lesekopf funkt auf einer reichweitenstarken Frequenz
- Mit USB-C-Versorgung kommt jede Sekunde ein neuer Messwert, das genügt für eine flinke Regelung
- Bei Amazon rund 35 Euro günstiger als im Zendure-Shop und deutlich günstiger als der 3CT samt Elektrikertermin
- Home-Assistant-Anbindung laut Hersteller, lokaler Betrieb mit neueren SolarFlow-Geräten
Das spricht dagegen
- Zendure nennt nur sieben kompatible Geräte, SolarFlow 800 Plus, 1600 AC+, 2400 AC+ und 2400 Pro stehen nicht in der Liste
- Im Batteriebetrieb kommt nur alle 10 Sekunden ein Wert, und eine Steckdose für USB-C fehlt in vielen Zählerschränken
- Viele Zähler geben die Momentanleistung erst nach PIN-Eingabe aus, die PIN muss beim Messstellenbetreiber angefordert werden
- Zendure garantiert keine Kompatibilität mit jedem Zählermodell
- Die Amazon-Listung widerspricht sich bei den Batterien, laut Zendure liegen keine bei
- Mit Hub-, AIO- und Hyper-Geräten läuft die Verbindung nur über die Cloud
Häufige Fragen
Wie funktioniert der Zendure Smart Meter D0?
Der Lesekopf sitzt magnetisch auf der optischen Schnittstelle deines Stromzählers und empfängt dort die Messwerte, die der Zähler per Infrarot aussendet. Er funkt sie an eine Bridge, die in einer Steckdose in der Wohnung steckt und per WLAN mit dem Zendure-Speicher verbunden ist. Der Speicher passt seine Abgabe dann an den Verbrauch an, den der Zähler gerade misst.
Mit welchen Zendure-Geräten funktioniert der D0?
Zendure nennt SolarFlow 800, SolarFlow 800 Pro, SolarFlow 2400 AC, Hyper 2000, AIO 2400 sowie die Hubs 1200 und 2000. Neuere Modelle wie SolarFlow 800 Plus, 1600 AC+, 2400 AC+ und 2400 Pro stehen nicht in der Liste. Ob sie per Firmware unterstützt werden, geht aus den Produktangaben nicht hervor, vor dem Kauf lohnt deshalb eine Nachfrage beim Zendure-Support.
Wie richte ich die Nulleinspeisung mit dem D0 ein?
Zuerst prüfst du, ob dein Zähler auf der Kompatibilitätsliste steht, und forderst beim Messstellenbetreiber die PIN an. Die PIN gibst du mit einer Taschenlampe am Zähler ein und schaltest, falls vorhanden, die erweiterte Datenausgabe ein. Dann setzt du den Lesekopf auf, steckst die Bridge in eine Steckdose und fügst beides in der Zendure-App hinzu. Zuletzt stellst du den Speicher auf den Betriebsmodus mit Zählerregelung um.
Brauche ich eine PIN für den D0?
Bei den meisten modernen Messeinrichtungen ja. Ohne PIN zeigen sie nur den Zählerstand, die Momentanleistung in Watt bleibt gesperrt, und genau die braucht der Speicher für die Regelung. Die PIN fordert man beim Messstellenbetreiber unter Angabe der Zählernummer an, bei vielen Betreibern geht das über ein Onlineformular.
Batterie oder USB-C: was ist besser?
Für die Nulleinspeisung USB-C. Damit liefert der Lesekopf jede Sekunde einen Wert, mit Batterien nur alle zehn Sekunden. Im Batteriebetrieb speist der Speicher nach dem Abschalten eines großen Verbrauchers bis zu zehn Sekunden mit der alten Leistung weiter. Batterien sind die Lösung, wenn im Zählerschrank keine Steckdose sitzt, sie halten laut Amazon-Listung bis zu einem Jahr.
Was ist der Unterschied zwischen D0 und 3CT?
Der 3CT misst selbst mit drei Stromwandlern im Verteiler, dafür braucht es eine Elektrofachkraft. Der D0 liest den Wert ab, den der Stromzähler ohnehin ermittelt, und wird nur aufgesteckt. Der 3CT funktioniert mit jedem Zähler, der D0 nur mit Zählern, die eine freigeschaltete optische Schnittstelle haben. Im Preis liegt der D0 bei Amazon rund 33 Euro unter dem 3CT.
Funktioniert der D0 in einem Keller ohne WLAN?
Dafür ist die Bridge gedacht. Der Lesekopf funkt laut Händlerdatenblatt im Bereich um 868 MHz, der Mauerwerk deutlich besser durchdringt als WLAN. Die Bridge steckt in einer Steckdose in Reichweite des Routers und leitet die Daten weiter. Sie braucht dafür ein 2,4-GHz-Netz, 5-GHz-WLAN unterstützt sie laut Datenblatt nicht.
Läuft die Regelung auch ohne Internet?
Zendure beschreibt den D0 als lokal nutzbar. Das gilt für die neueren SolarFlow-Geräte. Bei den Hub-, AIO- und Hyper-Modellen läuft die Kommunikation laut Zendure ausschließlich über die Cloud, fällt das Internet aus, fehlt diesen Geräten der Zählerwert.
Kann ich den D0 in Home Assistant einbinden?
Zendure nennt Home Assistant ausdrücklich als unterstützte Plattform. Wie weit die Einbindung geht und über welchen Weg sie läuft, beschreibt die Produktseite nicht im Detail. Wer seine Nulleinspeisung komplett selbst steuern möchte, findet die Grundlagen im Ratgeber zur Nulleinspeisung mit Home Assistant.
Funktioniert der D0 mit Anker, Marstek oder Jackery?
Nein, Zendure nennt nur eigene Geräte. Für die Anker Solarbank gibt es den Anker SOLIX Smart Meter, für Marstek den CT002, für die Jackery SolarVault 3 den Jackery D0 Smart Meter. Herstellerübergreifend arbeiten Shelly-Zähler und der everHome EcoTracker IR, den Zendure ebenfalls unterstützt.