Wallbox für Elektroautos · Anker

Anker SOLIX V1 (Wallbox mit Solarüberschussladen)

  • 11 kW mit 16 A oder 22 kW mit 32 A, jeweils dreiphasig und per App ab 6 A regelbar
  • Schaltet automatisch zwischen ein- und dreiphasigem Laden um, Solarladen startet damit schon ab rund 1,4 kW
  • WLAN, LAN, Bluetooth, OCPP 1.6J und Modbus TCP an Bord
  • Integrierte 6-mA-DC-Fehlerstromerkennung, davor genügt ein FI Typ A
  • Kabelversion mit IP65 und IK10, Betrieb von −30 bis +50 °C

Preise: Stand 05.10.2026, Amazon 04:10 Uhr, inkl. MwSt., ohne Gewähr

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Rezension der solarkasten.de-Redaktion · Veröffentlicht am 16. September 2026

Anker SOLIX V1 Wallbox

Technische Daten

Modellnummer A5191 (11 kW: GZ4 Buchse, GZ7 Kabel; 22 kW: GZ2 Buchse, GZ3 Kabel)
Ladeleistung 11 kW oder 22 kW (im Anker-Shop zusätzlich 7,4 kW einphasig)
Nennstrom 16 A (11 kW), 32 A (22 kW)
Netzanschluss 400 V ±20 %, 3P+N+PE, 50 Hz, TN- und TT-Netz
Ladestrom einstellbar 6 A bis Nennstrom, per App
Phasenumschaltung automatisch zwischen 1- und 3-phasig, abschaltbar
Ladeanschluss Typ 2, wahlweise fest angeschlagenes 5-m-Kabel oder Buchse
Fehlerstromschutz 6-mA-DC-Erkennung integriert, extern FI Typ A 30 mA nötig
Vorsicherung 20 A (11 kW) bzw. 40 A (22 kW), dreipolig
Zuleitung 2,5 bis 10 mm² (11 kW), 6 bis 10 mm² (22 kW), Kupfer
Energiemessung integriert, ±1 %, nicht MID-zertifiziert
Kommunikation WLAN 2,4 GHz, Ethernet, Bluetooth, RS-485 für den Smart Meter
Protokolle OCPP 1.6J, Modbus TCP
Steuerung nach § 14a EnWG OCPP, Modbus TCP, potenzialfreier Kontakt nur bei neu produzierten Kabelversionen; kein EEBUS
Freigabe RFID (1 Karte beiliegend, bis 10), App, Bluetooth
Bedienung am Gerät LED-Lichtbalken und Touch-Gesten, kein Display
Solarladen mit Zähler Anker SOLIX Smart Meter (Gen 1 und Gen 2), Shelly Pro 3EM, Shelly 3EM
Solarladen mit Anker-System SOLIX X1, Power Dock, Solarbank 2 Pro, 2 AC, 2 Plus und 3 Pro
Schutzart IP65 (Kabel), IP55 (Buchse), Stoßfestigkeit IK10
Betriebstemperatur −30 bis +50 °C, Leistungsdrosselung ab 45 °C
Maße (B × H × T) 211 × 360 × 120 mm (Kabel), 211 × 360 × 125 mm (Buchse)
Gewicht 4,95 kg (Kabel), 2,68 kg (Buchse)
Standby-Verbrauch unter 6,5 W
Prüfung EN IEC 61851-1, Bauartprüfung TÜV SÜD
Garantie 3 Jahre laut Anker

Rund 460 Euro für eine 11-kW-Wallbox, die ihre Ladeleistung am Solarüberschuss ausrichtet und dafür selbstständig zwischen ein- und dreiphasigem Laden wechselt: Mit der SOLIX V1 hat Anker im Herbst 2025 seine erste Ladestation für Elektroautos vorgestellt. Sie ist als Baustein des Anker-Energiesystems gedacht, arbeitet aber auch mit Shelly-Zählern und fremden PV-Anlagen. Grundlage dieser Einordnung sind Datenblatt und Bedienungsanleitung von Anker, der Bauart-Prüfbericht des TÜV SÜD, die Amazon-Listungen und veröffentlichte Fachtests.

Drei Leistungsstufen, zwei Bauformen

Anker baut die V1 in sechs Varianten: 7,4 kW einphasig, 11 kW und 22 kW dreiphasig, jeweils mit fest angeschlagenem 5-m-Kabel oder mit Typ-2-Buchse. Bei Amazon sind die 11-kW-Box in beiden Bauformen und die 22-kW-Box mit Kabel gelistet. Einige Händlerlistungen nennen beim 11-kW-Modell 32 A, laut Datenblatt und TÜV-Bericht sind es 16 A.

Die Wahl zwischen 11 und 22 kW fällt meist leicht. Viele Elektroautos laden an Wechselstrom mit höchstens 11 kW, eine 22-kW-Box lädt sie nicht schneller. Dazu verlangt die große Variante eine 40-A-Absicherung und mindestens 6 mm² Zuleitung, und der Netzbetreiber muss vorher zustimmen. Interessant ist ein Detail aus dem TÜV-Bericht: Die Hardware beider Versionen ist identisch, Strom und Leistung werden per Software begrenzt.

Was 11 kW im Alltag bedeuten: Bei einem Verbrauch von 18 kWh auf 100 km lädt das Auto in einer Stunde Strom für rund 60 km. Ein 60-kWh-Akku kommt in gut drei Stunden von 20 auf 80 Prozent, Ladeverluste nicht mitgerechnet.

Kabel oder Buchse: mehr als eine Komfortfrage

Die Kabelversion ist die robustere Bauform. Sie erreicht IP65, das Kabel hängt immer bereit, und sie wiegt mit 4,95 kg fast doppelt so viel wie die Buchsenversion. Diese kommt auf IP55 und verlangt ein eigenes Typ-2-Ladekabel, das sie per App elektronisch verriegelt. Wer ohnehin ein Mode-3-Kabel im Kofferraum hat und die Box geschützt unter einem Carport montiert, kommt mit der Buchse günstiger weg.

Ein Unterschied wiegt schwerer, als er auf den ersten Blick wirkt: Den potenzialfreien Steuerkontakt für den Netzbetreiber gibt es laut Anker nur bei neu produzierten Kabelversionen. Dazu weiter unten mehr.

Phasenumschaltung: der Schlüssel zum Solarladen

Eine Wallbox kann den Ladestrom nicht beliebig absenken. Die Ladenorm setzt die Untergrenze bei 6 A je Phase. Dreiphasig sind das 6 A × 3 × 230 V, also rund 4,1 kW. Liefert die PV-Anlage weniger Überschuss, müsste eine starre dreiphasige Box entweder pausieren oder Netzstrom zukaufen.

Die V1 löst das mit einer automatischen Umschaltung auf einphasiges Laden. Fällt der Überschuss auf einer Phase unter 6 A, lädt sie nur noch über eine Phase weiter, und die Untergrenze sinkt auf rund 1,4 kW. Die Umschaltung dauert laut Anleitung etwa 10 Sekunden mit Smart Meter und etwa 20 Sekunden mit dem Hausspeicher X1. Eine 10-kWp-Dachanlage, die im April mittags 2 bis 3 kW übrig hat, schiebt diesen Überschuss damit ins Auto. Eingespeist brächte er weniger als 8 Cent je Kilowattstunde.

Welche Zähler und Systeme das Solarladen braucht

Die Box muss wissen, wie viel Strom gerade übrig ist. Dafür nennt Anker zwei Wege. Der erste ist ein Zähler am Hausanschluss: der Anker SOLIX Smart Meter in erster oder zweiter Generation, der Shelly Pro 3EM oder der Shelly 3EM. Die PV-Anlage selbst darf dann von jedem Hersteller stammen. Der zweite Weg führt über ein Anker-System: den Hausspeicher SOLIX X1, das Power Dock oder die Solarbank in den Versionen 2 Pro, 2 AC, 2 Plus und 3 Pro. Die Einbindung ins Multisystem hat Anker mit der App-Version 3.15.0 im Dezember 2025 freigeschaltet.

In der App stehen zwei Modi bereit. „Nur Solar“ startet die Ladung ab 6 A Überschuss und pausiert darunter; manche Autos schlafen in diesen Pausen ein, weshalb die Anleitung eine Option „Fahrzeug wach halten“ vorsieht. „Solar + Netz“ lädt immer mit mindestens dem eingestellten Strom und füllt fehlenden Solarstrom aus dem Netz auf. Andere Zähler, etwa optische Lesekopf-Lösungen, führt Anker nicht als kompatibel.

Wallbox und Balkonkraftwerk: die ehrliche Rechnung

Für Leser dieser Seite die entscheidende Frage. Ein Balkonkraftwerk speist höchstens 800 W ein, die V1 braucht zum Start mindestens 1.380 W. Im Modus „Nur Solar“ bleibt die Box deshalb dauerhaft in der Pause. Auch eine Solarbank 3 E2700 Pro mit ihren 1.200 W Ausgangsleistung erreicht die Schwelle allein nicht.

Im Modus „Solar + Netz“ sieht es freundlicher aus, aber nur ein Stück. Lädt die Box mit 6 A einphasig, deckt ein Balkonkraftwerk zur Mittagsspitze höchstens gut die Hälfte davon, sofern der Haushalt gerade nichts anderes verbraucht. Übers Jahr liefert ein Set mit 900 Wp laut unserer Ertragsübersicht 500 bis 855 kWh, ein Mittelklasse-Elektroauto verbraucht bei 15.000 km rund 2.700 kWh. Selbst wenn jede freie Kilowattstunde ins Auto ginge, bliebe der Solaranteil klein, und das Auto müsste tagsüber zu Hause stehen.

Die V1 ist darum eine Wallbox für Haushalte mit Dachanlage. Wer nur ein Balkonkraftwerk betreibt, lädt mit ihr genauso wie mit jeder anderen Wallbox und nutzt den Überschuss besser im Haushalt oder in einem Speicher.

Schutztechnik und Installation

In der Box steckt eine DC-Fehlerstromerkennung mit 6 mA. Sie überwacht die Gleichfehlerströme, die ein Fahrzeug-Ladegerät erzeugen kann, und erlaubt damit einen einfachen FI Typ A mit 30 mA in der Zuleitung. Ohne diese Erkennung wäre ein deutlich teurerer FI Typ B nötig. Einen eingebauten FI-Schalter hat die V1 nicht, der externe Schutzschalter gehört also immer dazu.

Für die 11-kW-Version sieht Anker einen dreipoligen 20-A-Leitungsschutzschalter und 2,5 bis 10 mm² Kupferleitung vor, für 22 kW 40 A und mindestens 6 mm². Den Anschluss erledigt eine Elektrofachkraft, die die Box auch beim Netzbetreiber meldet. Die Wand muss laut Anleitung mindestens 100 kg tragen, die Montagehöhe liegt zwischen 50 und 150 cm. Oberhalb von 45 °C drosselt die 11-kW-Box auf 12 A, also 8,3 kW, was bei einer Südwand im Hochsommer eine Rolle spielen kann.

§ 14a EnWG: die offene Flanke

Wallboxen mit mehr als 4,2 kW gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber darf sie bei Engpässen drosseln, dafür sinkt das Netzentgelt; die Module erklärt der Ratgeber zu dynamischen Stromtarifen. Die V1 fällt in beiden Leistungsstufen darunter.

Anker nennt für diese Steuerung OCPP, Modbus TCP und einen potenzialfreien Kontakt, den aber nur neu produzierte Kabelversionen besitzen. EEBUS unterstützt die Box nicht. Die Empfehlung des VDE FNN für die Steuerbox sieht genau zwei Wege vor: Relais oder EEBUS. Damit bleibt offen, ob ein Netzbetreiber die Softwarewege akzeptiert. Wer das Netzentgelt-Modul nutzen will, sollte die Frage vor dem Kauf mit dem Netzbetreiber klären und im Zweifel zur Kabelversion greifen.

Tarife, Anker Intelligence und die Cloud

Die App kennt Festpreise, Zeittarife und dynamische Preise mit der Strombörse Nord Pool als Quelle. Im Anker-Energiesystem lassen sich seit Anfang 2026 zusätzlich über 830 Versorger direkt anbinden. Die Funktion Anker Intelligence kombiniert Strompreis, Abfahrtszeit, Ziel-Ladestand und Solarprognose zu einem Ladeplan. Die beworbene Ersparnis von bis zu 58 Prozent beruht auf einer Rechnung mit 10 kWp Dachanlage und gehört entsprechend eingeordnet.

Für diesen Plan braucht die Box eine Cloud-Verbindung, er wird alle fünf Minuten neu berechnet. RFID-Freigabe, Zeitpläne und die Bluetooth-Steuerung laufen dagegen lokal. Eine offizielle lokale Home-Assistant-Anbindung gibt es für die V1 nicht, Modbus TCP und OCPP bleiben der Weg für eigene Steuerungen. Warum lokale Schnittstellen langfristig zählen, erklärt der Ratgeber Wechselrichter ohne Cloud.

Lastmanagement und Energiezähler

Mit angeschlossenem Zähler schützt die V1 den Hausanschluss. Du trägst den Nennstrom der Hauptsicherung ein, ab 80 Prozent Auslastung regelt die Box herunter. Hält die Überlast bei 6 A an, pausiert sie, bricht die Verbindung zum Zähler ab, lädt sie mit höchstens 6 A weiter. Ein Lastmanagement über mehrere Wallboxen beherrscht sie nicht.

Der eingebaute Energiezähler misst laut Anker auf 1 Prozent genau, ist aber nicht MID-zertifiziert. Für die Verbrauchsübersicht in der App genügt das. Wer Ladestrom gegenüber dem Arbeitgeber oder Mietern abrechnet, braucht einen zusätzlichen geeichten Zähler.

Was die Fachpresse schreibt

Basic Tutorials hat die 11-kW-Version ohne Kabel zusammen mit Power Dock und Shelly Pro 3EM geprüft und vergibt 91 von 100 Punkten. Gemessen wurden dort ein Wirkungsgrad über 95 Prozent und im Mittel 10,8 kW Ladeleistung, kritisiert werden Preis, fehlender eingebauter FI und fehlender MID-Zähler. PC-WELT zeichnet das Anker-Multisystem mit der V1 als „Editors’ Choice“ aus und nennt als Schwächen den höheren Installationsaufwand, die komplexe Einrichtung und die Bindung an das Hersteller-Ökosystem.

Garantie und Preis

Anker gibt 3 Jahre Garantie. In den Amazon-Datenfeldern stehen bei den 11-kW-Listungen 18 Monate, zudem bindet Ankers Garantietabelle die Laufzeiten an Käufe im eigenen Shop. Wer über einen Händler kauft, lässt sich die Dauer im Zweifel beim Support bestätigen.

Beim Preis liegt Amazon deutlich unter der Anker-Preisliste. Anker führt die 11-kW-Box regulär mit 719 Euro (Buchse) bzw. 789 Euro (Kabel), die 22-kW-Box mit 749 bzw. 819 Euro. Bei Amazon kosten die gelisteten Varianten derzeit 459 bis 599 Euro, im Anker-Shop gibt es regelmäßig Aktionspreise in ähnlicher Höhe.

Für wen sich die V1 lohnt

Passend ist die Box für Eigenheime mit Dachanlage ab einigen Kilowattpeak, die den Mittagsüberschuss ins Auto schieben wollen, und für alle, die bereits ein Anker-System mit X1 oder Solarbank betreiben. Mit Shelly Pro 3EM funktioniert das Solarladen auch an einer PV-Anlage anderer Hersteller, das macht die V1 flexibler, als der Markenname vermuten lässt.

Weniger geeignet ist sie für Dienstwagenfahrer mit Abrechnungspflicht, für Mehrfamilienhäuser mit mehreren Ladepunkten und für alle, deren Netzbetreiber auf EEBUS oder einem Relaiskontakt besteht und die zur Buchsenversion greifen wollen. Wer nur ein Balkonkraftwerk hat, holt über einen Speicher wie die Solarbank 2 E1600 Plus deutlich mehr aus seinem Überschuss.

Die Varianten im Vergleich

VarianteNennstromSchutzartGewicht§ 14a-KontaktAnker-Listenpreis
11 kW mit Buchse16 AIP552,68 kgnein719 €
11 kW mit 5-m-Kabel16 AIP654,95 kgbei neuen Geräten789 €
22 kW mit Buchse32 AIP552,68 kgnein749 €
22 kW mit 5-m-Kabel32 AIP654,95 kgbei neuen Geräten819 €
7,4 kW einphasig (nur Anker-Shop)32 AIP55 / IP652,43 / 4,65 kgnein619 / 689 €

Fett markiert sind die Varianten, die Amazon führt. Eine eigene Wallbox-Rezension als Gegenstück gibt es auf solarkasten.de bislang nicht; die engsten Verwandten im Anker-System sind der Smart Meter Gen 2 und die Solarbank-Speicher.

Fazit

Die Anker SOLIX V1 ist eine gut ausgestattete 11-kW-Wallbox mit einem echten Vorteil fürs Solarladen: Die automatische Phasenumschaltung holt schon ab rund 1,4 kW Überschuss Sonnenstrom ins Auto. Dazu kommen OCPP, Modbus TCP, eine LAN-Buchse, die integrierte DC-Fehlerstromerkennung und ein robustes Gehäuse, zum Amazon-Preis von rund 460 Euro ist das ein starkes Paket.

Zwei Punkte gehören vor den Kauf geklärt. Der Netzbetreiber sollte bestätigen, dass er die Steuerung nach § 14a über OCPP, Modbus oder den Kontakt der Kabelversion akzeptiert, und wer Ladestrom abrechnen muss, plant einen geeichten Zähler ein. Für Haushalte mit Dachanlage ist die Kabelversion mit 11 kW die ausgewogenste Wahl; an einem reinen Balkonkraftwerk bleibt der Solarvorteil der V1 dagegen weitgehend ungenutzt.

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Die automatische Phasenumschaltung senkt die Startschwelle fürs Solarladen von rund 4,1 auf rund 1,4 kW, damit lädt das Auto auch an bewölkten Tagen und in der Übergangszeit mit Sonnenstrom
  • Die integrierte 6-mA-DC-Fehlerstromerkennung spart den teuren FI Typ B, ein FI Typ A mit 30 mA genügt
  • Solarüberschuss funktioniert auch mit einer PV-Anlage eines anderen Herstellers, gemessen wird über einen Shelly Pro 3EM oder 3EM am Hausanschluss
  • OCPP 1.6J, Modbus TCP und eine LAN-Buchse halten den Weg zu Energiemanagern und Abrechnungsdiensten offen
  • Das eingebaute Lastmanagement schützt den Hausanschluss und regelt bei 80 Prozent Auslastung der Hauptsicherung zurück
  • RFID-Freigabe und Zeitpläne laufen lokal weiter, wenn das Internet ausfällt
  • Kabelversion mit IP65, IK10 und einem Temperaturbereich von −30 bis +50 °C für die freie Außenwand

Das spricht dagegen

  • Für die Steuerung nach § 14a EnWG fehlt EEBUS, und den potenzialfreien Steuerkontakt haben nur neu produzierte Kabelversionen; woran man diese erkennt, dokumentiert Anker nicht
  • Der eingebaute Zähler ist nicht MID-zertifiziert, wer Ladestrom exakt abrechnen muss, braucht einen zusätzlichen geeichten Zähler
  • Solarladen klappt nur mit Anker- oder Shelly-Zählern bzw. Anker-Speichern, andere Messgeräte nennt der Hersteller nicht
  • Ein Balkonkraftwerk allein erreicht die Startschwelle von 6 A nie, der Solaranteil bleibt dort gering
  • Das intelligente Laden nach Abfahrtszeit und Strompreis braucht eine Verbindung zur Anker-Cloud
  • Kein Lastmanagement über mehrere Wallboxen hinweg
  • Die Buchsenversion kommt ohne Ladekabel und nur mit IP55

Bewertung im Detail

Preis-Leistung 4,0
Ausstattung & Schnittstellen 4,5
Solarladen & Energiemanagement 4,0
Netzbetreiber & Abrechnung 2,5
Robustheit & Installation 4,5

Gesamtwertung: 3,9 / 5

Häufige Fragen

Welche Variante der Anker SOLIX V1 passt, 11 oder 22 kW?

Für die meisten Haushalte die 11-kW-Version. Viele Elektroautos laden an Wechselstrom ohnehin mit höchstens 11 kW, die 22-kW-Box bringt ihnen keinen Zeitgewinn. Dazu braucht die 22-kW-Variante eine 40-A-Absicherung, mindestens 6 mm² Zuleitung und vor der Inbetriebnahme die Zustimmung des Netzbetreibers. Die Hardware beider Versionen ist laut TÜV-Prüfbericht identisch, begrenzt wird per Software.

Kann die Anker SOLIX V1 mit Solarüberschuss laden?

Ja, mit einem kompatiblen Zähler oder einem Anker-Speichersystem. Anker nennt den eigenen SOLIX Smart Meter sowie Shelly Pro 3EM und Shelly 3EM, dazu den Hausspeicher SOLIX X1, das Power Dock und die Solarbank-Modelle 2 Pro, 2 AC, 2 Plus und 3 Pro. Im Modus „Nur Solar“ startet die Ladung, sobald ein Überschuss von 6 A anliegt, das sind einphasig rund 1,4 kW.

Lohnt sich die Anker SOLIX V1 mit einem Balkonkraftwerk?

Als reine Solar-Wallbox nicht. Ein Balkonkraftwerk liefert höchstens 800 W, die V1 braucht zum Start mindestens 6 A, also rund 1.380 W. Im Modus „Solar + Netz“ lädt sie trotzdem mit 6 A und das Balkonkraftwerk deckt einen Teil davon. Sinnvoll wird Solarladen erst mit einer Dachanlage, die mittags mehrere Kilowatt Überschuss liefert.

Welchen FI-Schutzschalter braucht die Anker SOLIX V1?

Einen FI Typ A mit 30 mA, bei der 11-kW-Version mit 20 A Bemessungsstrom, bei der 22-kW-Version mit 40 A. Den Schutz vor Gleichfehlerströmen übernimmt die Wallbox selbst über ihre integrierte 6-mA-DC-Erkennung. Der TÜV-Bericht lässt als externe Absicherung alternativ einen FI/LS Typ A oder Typ B zu.

Muss die Anker SOLIX V1 beim Netzbetreiber angemeldet werden?

Ja. Ladeeinrichtungen für Elektroautos sind nach der Niederspannungsanschlussverordnung vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber zu melden, die 11-kW-Version fällt darunter. Über 12 kVA, also bei der 22-kW-Version, braucht es zusätzlich seine vorherige Zustimmung. Die Anmeldung übernimmt in der Regel die Elektrofachkraft, die die Box anschließt.

Unterstützt die Anker SOLIX V1 die Steuerung nach § 14a EnWG?

Anker nennt drei Wege: OCPP, Modbus TCP und einen potenzialfreien Kontakt, Letzteren aber nur bei neu produzierten 11- und 22-kW-Versionen mit fest angeschlagenem Kabel. EEBUS unterstützt die Box nicht. Die Empfehlung des VDE FNN für die Steuerbox sieht Relais oder EEBUS vor, ob dein Netzbetreiber OCPP oder Modbus akzeptiert, solltest du vor dem Kauf klären.

Hat die Anker SOLIX V1 einen geeichten Zähler?

Nein. Der eingebaute Messchip arbeitet laut Anker auf 1 Prozent genau, ist aber nicht MID-zertifiziert. Für die eigene Übersicht in der App reicht das. Wer Ladestrom gegenüber Dritten abrechnen muss, etwa beim Dienstwagen, setzt einen zusätzlichen geeichten Zähler in die Zuleitung.

Funktioniert die Anker SOLIX V1 ohne Internet?

Teilweise. Laden per RFID-Karte, Autostart und Zeitpläne laufen lokal, die Steuerung per Bluetooth ebenfalls. Das intelligente Laden, das Abfahrtszeit, Strompreis und Solarprognose kombiniert, berechnet seinen Plan alle fünf Minuten aus Cloud-Daten und setzt eine Netzwerkverbindung voraus.

Was unterscheidet Kabel- und Buchsenversion der Anker SOLIX V1?

Die Kabelversion hat ein fest angeschlagenes 5-m-Typ-2-Kabel, die Schutzart IP65 und wiegt 4,95 kg. Die Buchsenversion braucht ein eigenes Ladekabel, erreicht IP55 und wiegt 2,68 kg, dafür verriegelt sie das Kabel elektronisch per App. Den potenzialfreien Kontakt für die Netzbetreiber-Steuerung gibt es nur bei neuen Kabelversionen.

Mit welchen Stromtarifen arbeitet die Anker SOLIX V1?

In der App lassen sich Festpreis, Zeittarife und dynamische Preise einstellen. Für dynamische Tarife dient die Strombörse Nord Pool als Preisquelle, Mehrwertsteuer und Gebühren trägst du selbst ein. Im Anker-Energiesystem kommen seit Anfang 2026 direkte Anbindungen an über 830 Energieversorger dazu.

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