Die Leistungsklassen im Überblick
„Solarmodul” steht für sehr verschiedene Geräte, vom 30-Watt-Faltpanel für den Rucksack bis zum 720-Watt-Brocken für den Solarpark. Die Leistung folgt fast direkt aus der Größe:
| Klasse | typische Leistung | Beispiel mit Datenblattwerten |
|---|---|---|
| Mini-Faltmodul (Handy, kleine Powerbank) | 30 bis 40 W | Anker SOLIX PS30: 30 W, 1,1 kg |
| Faltmodul Camping | 100 W | Jackery SolarSaga 100: 100 W, 3,6 kg |
| Großes Faltmodul für Powerstations | 200 bis 220 W | EcoFlow 220 W bifazial: 220 W vorn, 175 W hinten |
| Flexibles Leichtmodul | rund 225 Wp | Kleines Kraftwerk Flex: 225 Wp, 4,6 kg |
| Standardmodul, 108 Halbzellen | 400 bis 455 Wp | Standardmaß 1.722 × 1.134 mm |
| XL-Modul, 120 Halbzellen | 470 bis 510 Wp | JA Solar JAM60D41-500: 500 Wp, 27,3 kg |
| Großformat Freifläche/Gewerbe | 600 bis 720 Wp | Trina Solar Vertex N: bis 720 Wp, 2.384 × 1.303 mm, 38,3 kg |
Für den Balkon und das Einfamilienhaus sind die beiden mittleren Glas-Formate der Normalfall. Warum ihre Breite fast immer 1.134 Millimeter beträgt und wie sich die Länge nach der Zellzahl staffelt, erklärt der Ratgeber zur Solarmodul-Größe.
Wovon die Leistung abhängt: Fläche mal Wirkungsgrad
Die Nennleistung eines Moduls wird unter Standardtestbedingungen gemessen: 1.000 Watt Sonnenlicht je Quadratmeter, 25 Grad Zelltemperatur und ein genormtes Lichtspektrum. Daraus ergibt sich eine einfache Rechnung:
Nennleistung = Modulfläche × 1.000 W/m² × Wirkungsgrad
| Modul | Fläche | Wirkungsgrad | Nennleistung |
|---|---|---|---|
| 60-Zellen-Modul um 2018 | 1,65 m² | rund 19,4 % | 320 Wp |
| Standardmodul heute | 1,95 m² | rund 23 % | 450 Wp |
| SunPro 480 Wp BC | 2,04 m² | 23,52 % | 480 Wp |
| JA Solar JAM60D41-500 | 2,21 m² | 22,6 % | 500 Wp |
| Trina Solar Vertex N 720 | 3,11 m² | 23,2 % | 720 Wp |
Die Tabelle zeigt die zwei Stellschrauben. Mehr Fläche bringt proportional mehr Leistung, das ist der Weg der Großformate. Mehr Wirkungsgrad bringt mehr Leistung auf derselben Fläche, das ist der Weg der n-Type- und Back-Contact-Zellen. Nach den Fakten zur Photovoltaik des Fraunhofer ISE lag der Wirkungsgrad neuer Siliziummodule 2025 bei knapp 23 Prozent. Was die neuen Zelltechniken besser machen, steht unter n-Type-Solarmodule, die Umrechnung von Wattpeak auf Fläche unter Photovoltaik: Quadratmeter pro kWp.
Zur Nennleistung gehört die Leistungstoleranz. Aktuelle Markenmodule haben eine positive Toleranz von 0 bis plus 5 Watt, so steht es etwa im Datenblatt des Trina Vertex N. Ein 450-Wp-Modul liefert unter Laborbedingungen also mindestens 450 Watt.
Nennleistung und echte Leistung
Die 1.000 Watt je Quadratmeter aus dem Labor treffen in Deutschland nur an klaren Sommertagen um die Mittagszeit auf ein gut ausgerichtetes Modul. Die Zellen sind dann aber 50 bis 60 Grad warm statt 25, und jedes Grad kostet bei aktuellen Modulen rund 0,3 Prozent Leistung. Dazu kommen Verluste in Kabeln, Wechselrichter und durch Staub. Wie sich die Abzüge im Einzelnen summieren, rechnet der Ratgeber zum Watt-Peak vor.
Wie das über einen ganzen Tag aussieht, zeigt eine Auswertung der stündlichen PVGIS-Daten der EU-Kommission für ein 450-Wp-Modul in Kassel, Süd, 35 Grad Neigung, mit 14 Prozent Systemverlusten:

Selbst am besten Tag bleibt ein 450-Wp-Modul rund 80 Watt unter seiner Nennleistung. Den Unterschied zwischen Sommer und Winter macht die Zahl der Sonnenstunden.
| Tag | Spitze in der Mittagsstunde | Tagesertrag |
|---|---|---|
| bester Junitag 2019 bis 2023 | 370 W | 3,0 kWh |
| mittlerer Junitag | rund 250 W | 2,1 kWh |
| trüber Junitag (jeder zehnte) | rund 150 W | 1,0 kWh |
| bester Dezembertag | 264 W | 1,4 kWh |
| mittlerer Dezembertag | 60 bis 80 W | 0,35 kWh |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens erreicht selbst der beste Tag nur rund 82 Prozent der Nennleistung, und das ist ein Stundenmittel nach Systemverlusten. Kurze Spitzen darüber sind an kalten, klaren Tagen mit Wolkenrand-Reflexionen möglich. Zweitens ist ein klarer Dezembertag gar nicht so schwach: 264 Watt mittags, weil das geneigte Modul der tiefen Sonne entgegensteht und die kalten Zellen effizienter arbeiten. Der Winter scheitert an den wenigen Stunden und den vielen trüben Tagen.
Wie viele kWh ein Modul am Tag und im Jahr liefert
Für die Frage „was bringt das Modul” zählt die Energie, also Leistung mal Zeit. Die Monatswerte aus PVGIS für Kassel, Süd, 35 Grad, umgerechnet auf ein 450-Wp-Modul:
| Monat | Ertrag im Monat | Ertrag pro Tag |
|---|---|---|
| Januar | 14 kWh | 0,46 kWh |
| Februar | 23 kWh | 0,83 kWh |
| März | 41 kWh | 1,33 kWh |
| April | 54 kWh | 1,79 kWh |
| Mai | 57 kWh | 1,82 kWh |
| Juni | 57 kWh | 1,89 kWh |
| Juli | 56 kWh | 1,82 kWh |
| August | 52 kWh | 1,69 kWh |
| September | 45 kWh | 1,49 kWh |
| Oktober | 30 kWh | 0,98 kWh |
| November | 16 kWh | 0,54 kWh |
| Dezember | 12 kWh | 0,38 kWh |
| Jahr | rund 457 kWh | 1,25 kWh im Schnitt |
Die Tabelle nutzt das langjährige Mittel der Jahre 2005 bis 2023, die Jahre 2019 bis 2023 in der Grafik oben waren etwas sonniger. Die Werte skalieren linear: Ein 500-Wp-Modul liefert gut 11 Prozent mehr, ein 400-Wp-Modul gut 11 Prozent weniger. Standort und Ausrichtung verschieben das Bild stärker. Im Alpenvorland liegt der Jahresertrag etwa 10 Prozent höher, an der Küste etwas niedriger. Ein nach Osten oder Westen gedrehtes Modul verliert 15 bis 20 Prozent, senkrecht am Balkongeländer rund 30 Prozent. Wie stark die einzelnen Monate von Jahr zu Jahr schwanken, zeigt der Ratgeber Photovoltaik-Ertrag pro Monat.
Leistung über die Jahre
Ein Solarmodul verliert langsam an Leistung, und die Hersteller sichern den Verlauf mit einer Leistungsgarantie ab. Aktuelle Werte aus Datenblättern:
| Modul | Garantierte Leistung | nach |
|---|---|---|
| Trina Solar Vertex N | 87,4 % | 30 Jahren |
| SunPro 500 Wp bifazial | 87,4 % | 30 Jahren |
| SunPro 480 Wp BC | 88,85 % | 30 Jahren |
Für ein 450-Wp-Modul heißt das: Nach 30 Jahren sind laut Garantie noch mindestens rund 393 Wattpeak übrig. Moderne n-Type-Module verlieren nach dem ersten Jahr rund 0,4 Prozent im Jahr, ältere PERC-Module eher 0,55 Prozent. Wie lange ein Modul insgesamt hält, steht im Ratgeber Wie lange hält ein Solarmodul?.
Bifaziale Module: Leistung von hinten
Bifaziale Module nehmen auch auf der Rückseite Licht auf. Die Nennleistung auf dem Typenschild gilt trotzdem nur für die Vorderseite. Die Rückseite liefert einen Zuschlag, dessen Höhe am Untergrund hängt: Heller Kies, eine weiße Dachbahn oder Schnee reflektieren viel, dunkle Dachpappe wenig.
Einige Hersteller geben die Rückseite gesondert an. EcoFlow nennt für sein faltbares 220-Watt-Panel 175 Watt auf der Rückseite, als Summe unter genormter bifazialer Einstrahlung führt der Händler bis zu 243 Watt. Wie viel davon an einem konkreten Standort ankommt, erklären die Ratgeber bifaziale Solarmodule und Untergrund für bifaziale Module.
Wie viele Module für welchen Zweck?
Aus der Modulleistung ergibt sich die Stückzahl für die üblichen Einsätze:
| Einsatz | Modulleistung | Anzahl | Summe |
|---|---|---|---|
| Handy laden unterwegs | 30 bis 40 W | 1 | 30 bis 40 W |
| Powerstation beim Camping | 100 bis 220 W | 1 bis 2 | 100 bis 440 W |
| Balkonkraftwerk am Schuko-Stecker | 450 bis 480 Wp | 2 | 900 bis 960 Wp |
| Balkonkraftwerk mit Energiesteckvorrichtung | 500 Wp | 4 | 2.000 Wp |
| Einfamilienhaus, 10 kWp | 450 Wp | 22 | 9,9 kWp |
Beim Balkonkraftwerk setzt das Regelwerk die Grenze: Am gewöhnlichen Schuko-Stecker sind seit der Produktnorm vom Dezember 2025 höchstens 960 Wattpeak vorgesehen, mit Energiesteckvorrichtung bis zu 2.000 Wattpeak. Die Details stehen unter Wie viel Strom darf ein Balkonkraftwerk erzeugen?. Wie viel Strom ein komplettes Set im Jahr liefert, rechnet der Ratgeber Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk? durch.
Fazit
Ein Solarmodul für Balkon oder Dach hat heute 400 bis 500 Wattpeak, und diese Zahl folgt fast allein aus Fläche und Wirkungsgrad. Im Betrieb kommen davon an den besten Sommertagen gut 80 Prozent an, an einem durchschnittlichen Tag deutlich weniger. Für die Planung taugt deshalb der Energieertrag besser als die Spitzenleistung: rund 1 Kilowattstunde je 1 Wattpeak im Jahr, bei einem 450-Wp-Modul also rund 460 Kilowattstunden bei guter Ausrichtung.
Wer Module vergleicht, rechnet am besten die Leistung je Quadratmeter aus. Sie zeigt, wie viel Technik in einem Modul steckt, und sie entscheidet, wie viel Leistung auf die Fläche passt, die du zur Verfügung hast.
Häufige Fragen
Wie viel Watt hat ein normales Solarmodul?
Ein aktuelles Standardmodul mit 108 Halbzellen und 1.722 × 1.134 Millimetern hat 400 bis 455 Wattpeak. Die etwas längeren Module mit 120 Halbzellen kommen auf 470 bis 510 Wattpeak. Auf Einfamilienhäusern und an Balkonen sind heute fast nur noch diese beiden Formate verbaut.
Wie viel Leistung bringt ein 450-Watt-Modul wirklich?
Am besten Junitag der Jahre 2019 bis 2023 kamen in unserer Auswertung von PVGIS-Daten für Kassel in der Mittagsstunde rund 370 Watt an, nach Systemverlusten von 14 Prozent. An einem durchschnittlichen Junitag sind es mittags rund 250 Watt, im Dezember im Mittel 60 bis 80 Watt. Die 450 Wattpeak beschreiben die Leistung unter Laborbedingungen.
Wie viele kWh erzeugt ein Solarmodul pro Tag?
Ein 450-Wp-Modul mit Südausrichtung und 35 Grad Neigung liefert in der Mitte Deutschlands im Juni im Schnitt rund 1,9 Kilowattstunden am Tag, im Dezember rund 0,4. Über das Jahr sind es rund 460 Kilowattstunden. Senkrecht am Balkongeländer montiert fällt der Jahresertrag um etwa 30 Prozent niedriger aus.
Wie viel Leistung hat ein Solarmodul pro Quadratmeter?
Aktuelle Glas-Module mit 22 bis 23,5 Prozent Wirkungsgrad kommen auf 220 bis 235 Wattpeak je Quadratmeter. Ein Standardmodul mit 1,95 Quadratmetern trägt damit rund 450 Wattpeak. Flexible Leichtmodule liegen mit rund 190 Wattpeak je Quadratmeter darunter.
Verliert ein Solarmodul mit den Jahren an Leistung?
Ja, langsam. Hersteller garantieren bei aktuellen n-Type-Modulen nach 30 Jahren noch 87 bis 89 Prozent der Nennleistung, etwa 87,4 Prozent bei Trina Solar Vertex N und SunPro 500 Wp bifazial oder 88,85 Prozent beim SunPro 480 Wp BC. Das entspricht einem Verlust von rund 0,4 Prozent im Jahr nach dem ersten Betriebsjahr.
Was ist das stärkste Solarmodul?
Im Großformat für Freiflächen und Gewerbedächer gibt es Module mit über 700 Wattpeak, etwa das Trina Solar Vertex N mit bis zu 720 Wattpeak bei 2.384 × 1.303 Millimetern und 38,3 Kilogramm. Für Balkon und Hausdach sind solche Formate zu groß und zu schwer, dort liegt die Obergrenze praktisch bei rund 500 Wattpeak.
Wie viel Leistung haben faltbare Solarmodule?
Faltbare Module für Camping und Powerstations reichen von 30 bis rund 220 Watt. Beispiele sind das Anker SOLIX PS30 mit 30 Watt, die Jackery SolarSaga 100 mit 100 Watt und das bifaziale EcoFlow-Panel mit 220 Watt auf der Vorderseite. Ihre Leistungsangabe gilt wie bei festen Modulen für Laborbedingungen.